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Herbe KlatschenEine Demütigung wie damals an der WM 2014

Bayern München zerlegt Barcelona in der Champions League regelrecht. Es ist einer der höchsten Siege in der Königsklasse – und erinnert an eine weitere deutsche Machtdemonstration.

Nein, dieses Mal war es nicht Captain David Luiz, der Tränen vergoss. Dieses Mal war es Captain Lionel Messi, der seinen Kopf vor Enttäuschung hängen liess. Am Anfang dieser beiden Demütigungen stand ein Mann: Thomas Müller. Im Champions-League-Viertelfinal gegen Barcelona vom Freitag traf der 30-Jährige bereits nach vier Minuten und stellte damit die Weiche zum historischen 8:2-Sieg der Bayern.

Auch am 8. Juli 2014 in Belo Horizonte war es Müller gewesen, der mit seiner Führung – damals in der 11. Minute – die deutsche Nationalmannschaft auf die Siegerstrasse geführt hatte. Am Schluss stand eine epochale Klatsche zu Buche: Die DFB-Elf gewann den WM-Halbfinal gegen Brasilien 7:1 und demütigte den Rekord-Weltmeister (5 Titel) in der Heimat – schlimmer ging es nicht. Ein Land stand unter Tränen. Nur wenige Tage später machte Deutschland mit einem 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Argentinien den vierten WM-Titel perfekt. Leidtragender war damals auch schon: Lionel Messi.

Es ist ein historischer Abend im Estadio da Luz in Lissabon: Bayern gewinnt gegen Barcelona historisch 8:2. Die Katalanen können zwanzig Minuten lang mit den Münchnern mithalten, dann ist Schluss. Die Barça-Defensive ist immer einen Schritt zu spät. Bayern zieht davon und führt die Spanier episch vor.
Es ist ein historischer Abend im Estadio da Luz in Lissabon: Bayern gewinnt gegen Barcelona historisch 8:2. Die Katalanen können zwanzig Minuten lang mit den Münchnern mithalten, dann ist Schluss. Die Barça-Defensive ist immer einen Schritt zu spät. Bayern zieht davon und führt die Spanier episch vor.
Bild: Keystone
Barcelona startet besser ins Spiel, erspielt sich die erste Grosschance. Neuer kann parieren. Doch es sind die Bayern, die mit ihrer ersten Möglichkeit zum ersten Treffer kommen. Nach einem Doppelpass mit Lewandowski trifft Müller.
Barcelona startet besser ins Spiel, erspielt sich die erste Grosschance. Neuer kann parieren. Doch es sind die Bayern, die mit ihrer ersten Möglichkeit zum ersten Treffer kommen. Nach einem Doppelpass mit Lewandowski trifft Müller.
Bild: Keystone
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Drei deutsche Spieler standen sowohl 2014 gegen Brasilien auf dem Platz als auch am Freitag gegen Barcelona. Neben Müller waren das Goalie Manuel Neuer und Verteidiger Jérôme Boateng. Ach ja, auch an der Seitenlinie gibt es einen, der beide Triumphe miterlebt hat: Bayern-Trainer Hansi Flick war in Brasilien Assistenzcoach von Joachim Löw. Müller sagte zum Vergleich mit 2014: «Gegen Brasilien hatten wir es nicht so unter Kontrolle.»

Auch der FC Basel musste dran glauben

Für Barcelona war das 2:8 wettbewerbsübergreifend die höchste Niederlage seit 1946, wie diverse Medien berichten. Und auch in der Champions League gehört dieser Sieg zu den höchsten. Der extremste Fall datiert von 1973, damals noch im Europapokal der Landesmeister, als Dinamo Bukarest den nordirischen Club Crusaders FC 11:0 demontierte.

In der aktuellen Königsklasse, die seit 1992 Champions League heisst, gab es zweimal ein 8:0. 2015 zerlegte Real Madrid Malmö FF und 2007 gelang Liverpool dasselbe Kunststück gegen Besiktas Istanbul. Ach ja, auch der FC Basel ging einmal hoch unter. 0:7 hiess das Verdikt 2012. Der Gegner? Ja genau, Bayern München.

1. Platz: Cristiano Ronaldo
Tore: 130
Spiele: 170
Clubs: Sporting Lissabon, Manchester United, Real Madrid, Juventus Turin
Beste Torschützen der Champions League (zuvor Europapokal der Landesmeister)
1. Platz: Cristiano Ronaldo
Keystone
2. Platz: Lionel Messi
Tore: 115
Spiele: 143
Club: FC Barcelona
2. Platz: Lionel Messi
Keystone
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Kein Erbarmen mit Messi

Das 7:0 gegen den FCB war der höchste CL-Sieg der Bayern bisher. Auch gegen Schachtar Donezk gelang das 2015 dem deutschen Rekordmeister. Das 8:2 gegen Barcelona rangiert an dritter Stelle der höchsten Siege. «Das ist schon brutal. Man muss sich vor Augen führen, dass wir gegen Barcelona mit 8:2 gewonnen haben. Das ist schwierig zu begreifen», sagte Joshua Kimmich am Freitagabend. Der 25-Jährige wurde auf Sky auch gefragt, ob er mit Messi Erbarmen habe. Kimmichs einfache Antwort: «Nein.»