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Nachruf auf Franz BlankartEine Ausnahmeerscheinung in der schweizerischen Diplomatie

Der Basler trug als Botschafter und später als Staatssekretär wesentlich zu erfolgreichen internationalen Verhandlungen im Interesse der Schweiz bei.

«Eine Vermittlung ist nicht möglich, solange eine Verhandlungspartei meint, sie könne die andere besiegen.» Franz Blankart (1936–2021).
«Eine Vermittlung ist nicht möglich, solange eine Verhandlungspartei meint, sie könne die andere besiegen.» Franz Blankart (1936–2021).
Foto: Philippe Maeder

Mit Franz Blankart, ehemaliger Staatssekretär und Professor mit Basler Wurzeln, ist am 17. Januar 2021 eine der herausragendsten Persönlichkeiten der schweizerischen Diplomatie verstorben. Mit grossem Engagement setzte er sich während über 30 Jahren erfolgreich für die Wahrung der schweizerischen Interessen in einer sich wandelnden Welt ein – vor allem in der Aussenwirtschafts- und der Europapolitik.

Franz Blankart wurde am 27. November 1936 in Basel geboren und besuchte hier das Humanistische Gymnasium, das ihm die Grundlagen einer vielseitigen klassischen Bildung vermittelte. Als Mitglied und zeitweiliger Zentralpräsident der Zofingia studierte er Philosophie. An der Universität Basel schloss er sein Studium mit einer Dissertation bei Professor Karl Jaspers «summa cum laude» ab. Damit hätte sich Franz Blankart leicht einer akademischen Laufbahn zuwenden können; er wollte sich aber mit Taten für die Schweiz engagieren und entschied sich für die Diplomatie. 1965 trat er in den diplomatischen Dienst ein. Wir waren gleich alt und kannten uns seit unserer Studienzeit. Schon damals diskutierten wir engagiert über das schweizerische Staatssystem und dessen Reformbedürftigkeit. Und es zeigte sich dort bereits Blankarts Verhandlungsgeschick, wenn wir trotz unterschiedlicher Ausgangspositionen zu einem Ergebnis gelangten, das wir beide akzeptieren konnten. Nach seiner Formulierung ist eine Vermittlung nicht möglich, solange eine Verhandlungspartei meint, sie könne die andere besiegen. Später trafen wir uns – beide als Diplomaten; er blieb über die ganze Zeit ein guter Freund und ein hartnäckiger Diskussionspartner.

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