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Neueröffnung am SpalenbergEin Zückerchen für die Basler Innenstadt

Charlotte und Andreas Kuster, die Inhaber von Jakob’s Basler Leckerly, eröffnen am Freitag ein zweites Geschäft im Zentrum Basels. Es ist ein Spagat zwischen Alt und Neu.

Sind jetzt auch mitten in der Stadt und näher bei ihren Kunden:  Die
 Inhaber Charlotte und Andreas Kuster mit Evelyne Badureaux (links).
Sind jetzt auch mitten in der Stadt und näher bei ihren Kunden: Die
Inhaber Charlotte und Andreas Kuster mit Evelyne Badureaux (links).
Foto: Pino Covino

Wann immer jemand die Worte Jakob’s Basler Leckerly in den Mund nimmt, schwingt stets auch eine Prise Geschichte mit: Die älteste Biskuit-Manufaktur der Schweiz wurde 1753 gegründet, sie gehört gar zu den zwanzig ältesten Unternehmen des Landes, die es noch gibt, und ist die viertälteste Institution der Stadt. Die Rezepturen und Zutaten der Basler Spezialität haben sich über die Jahrhunderte hinweg kaum verändert. Und obwohl heute ein verheissungsvoller Tag für die Zukunft anbricht, darf auch jetzt ein wenig Geschichte nicht fehlen. So wagen Andreas und Charlotte Kuster, das Besitzerpaar der Leckerly-Manufaktur, diesen Freitag den Schritt in die Basler Innenstadt – an die Adresse Spalenberg 26, ins Haus «zem halben Rad». Wie die Manufaktur selbst kann auch das Gebäude auf einige Jahrhunderte Geschichte zurückblicken.

«Es ist ein Spagat zwischen Alt und Neu, den wir hier machen», sagt Andreas Kuster während der Vorbesichtigung. Am urchigen Holzboden habe man nichts verändert, so Kuster. Die kleine, trapezförmige Verkaufsfläche wird jedoch von neuen Wandregalen gesäumt. Darauf reihen sich sowohl die traditionellen Leckerly-Tüten wie auch die modernen Säckli und Dosen. In übergrossen Glasbehältern liegen die Hauptzutaten für die Biskuits im Schaufenster aus. Alles scheint bereit, um schon bald die Kundschaft zu empfangen.

«Besonders viel Platz haben wir hier zwar nicht, doch viel mehr brauchen wir auch gar nicht», sagt Charlotte Kuster. Denn das Lädeli am Spalenberg dient ausschliesslich dem Verkauf. Es soll mehr Laufkundschaft anlocken – «und hoffentlich auch bald wieder mehr Touristen», fügt sie an.

«Das ursprüngliche Geschäft im St.-Johanns-Quartier, wo die Biskuits hergestellt werden, möchten wir aber so lange wie möglich erhalten.» So einige Details erinnern an das Handwerk, das dort, in der Manufaktur, ausgeführt wird; Bilder, Glasur-Pinsel, ein Mehlsack aus dem 19. Jahrhundert. Auch eine alte Rechnung aus dem Jahr 1914 an einen Kunden aus Riehen hängt an der Wand – er hatte einst 30 Leckerly sowie drei Päckli Dessertleckerly bestellt und war unter der Telefonnummer 30 erreichbar gewesen.

Trotz Corona nicht gezögert

Der Entscheid, während der Corona-Pandemie ein neues Geschäft zu öffnen, ist nicht gerade naheliegend. Und doch habe er kaum gezögert, sagt Andreas Kuster. Sie beide seien seit der Übernahme der Firma Anfang 2017 auf der Suche nach einem weiteren Standort in der Innenstadt gewesen. Im April, zu Beginn des Lockdown, habe er erstmals eine Annonce für die Ladenfläche gesehen. «Es war zwar nicht der typische Moment, um auf Expansionskurs zu gehen – doch wir haben uns gedacht: Wenn der Entscheid richtig ist, muss man ihn unabhängig von der Zeit fällen. Wir wollten seit längerem in die Innenstadt. Und über kurz oder lang wird es auch eine Lösung geben für Covid-19», erklärt Andreas Kuster. In gerade einmal sechs Wochen wurde das Lädeli eingerichtet.

Werden an der neuen Adresse auch neue Arbeitsplätze geschaffen? «Alle Leute, die hier verkaufen, haben bereits in der Verpackerei an der St.-Johanns-Vorstadt gearbeitet», erklärt Andreas Kuster. So habe er etwa Evelyne Badureaux, die per 1. Juli pensioniert worden wäre, überzeugen können, die Hauptverantwortung am Spalenberg 26 zu übernehmen. Auch in ihrer Familie haben die Leckerly Tradition: «Schon meine Mutter hat 45 Jahre für die Manufaktur gearbeitet», erzählt Badureaux. Klar also, dass der Ruhestand noch ein wenig warten muss.

Schon am Gehen, zeigt Charlotte Kuster nach oben, zum höchsten Regal. Dort, über den traditionellen Leckerly, hat sie zwei Zähler installiert – jetzt können sie und ihr Mann auch verfolgen, wie viele Personen ihnen bei Facebook und Instagram folgen. Noch etwas, das zur Moderne zählt.

Jakob’s Basler Leckerly, Spalenberg 26. Geöffnet Mo 14–18.30 Uhr, Di–Fr 10–18.30 Uhr und Sa 10–17 Uhr. Eröffnungswoche 31.7.– 8.8. www.baslerleckerly.ch

7 Kommentare
    Michael Przewrocki

    Also ich war auch beim Einkauf-hatte in der Nähe zu tun. Verkauf durch die Luke-kontaktlos zahlen und Glocke durch Hand-und Fussschalter. Und die 18 chf kann ich nicht bestätigen. Waren die250g für 10 chf Aktion? macht 40/kg. Die Besten die ich je ass: Weich, dicker und kleiner, nicht überzuckert. Was will man mehr?