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Anerkennungspreis für Claude Janiak (SP)Ein Politiker, der über Grenzen hinweg denkt

Die Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz ehrte den ehemaligen Baselbieter Ständerat Claude Janiak für sein Engagement für die Region und seine politischen Verdienste.

Die Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz zeichnete 2020 Claude Janiak (Mitte) aus, übergeben wurde ihm der Anerkennungspreis vom Vereinigungspräsidenten Reto Wolf (rechts).  Der basel-städtische Regierungsrat und Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) hielt die Laudatio.
Die Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz zeichnete 2020 Claude Janiak (Mitte) aus, übergeben wurde ihm der Anerkennungspreis vom Vereinigungspräsidenten Reto Wolf (rechts). Der basel-städtische Regierungsrat und Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) hielt die Laudatio.
Foto: Nicole Pont/Tamedia AG

«Brücken schlagen» – so lautet das Credo der Vereinigung für eine starke Region Basel/Nordwestschweiz. Sie setzt sich seit über 25 Jahren für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Nordwestschweizer Kantonen ein und möchte, so Präsident Reto Wolf, teure Doppelspurigkeiten beseitigen.

Brücken schlagen möchte auch der diesjährige Empfänger des Anerkennungspreises der Vereinigung, Alt-Ständerat Claude Janiak. Dabei rückte der SP-Politiker während seiner Amtszeit vor allem verkehrspolitische Themen ins Zentrum. Etwa den Bahnanschluss an den Euro-Airport, den Doppelspurausbau der Juralinie nach Delsberg oder die trinationale S-Bahn. «Als Baselbieter war er sich», so der basel-städtische Regierungsrat Christoph Brutschin (SP) in seiner Laudatio, «nicht zu schade, um auch Anliegen der umliegenden Kantone, horribile dictu auch des Kantons Basel-Stadt, zu seinen eigenen zu machen». Janiak sei ein Vorbild für uns, sagte Brutschin. Denn «er denkt und bleibt dabei nicht an den Kantonsgrenzen hängen».

Statement für das Hafenbecken 3

Nicht zufällig fand die kleine Ehrungsfeier in den Räumlichkeiten der Stiftung Brasilea statt, also mitten im Hafengebiet. Denn die Schifffahrt als ökologischer Verkehrsträger liegt Janiak besonders am Herzen. «Es ist die Schifffahrtspolitik, die es mir am meisten angetan hat», sagte der Geehrte in seiner Dankesrede.

Als Präsident der parlamentarischen Gruppe Schifffahrt setzte sich Janiak vor allem für die Entwicklung der Logistikplattform in Basel Nord ein. Dabei geht es nach Janiaks Verständnis darum, «endlich die Ziele der Alpenschutz-Initiative zu erreichen, mit anderen Worten um das Verlagerungsprojekt par exellence». Das Hafenbecken 3 bilde die Voraussetzung, um den Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Alleine in unserer Region «könnten jährlich rund 100’000 Lastwagenfahrten eingespart werden».

Das Gateway Basel Nord werde so «zum zentralen Element für die Umsetzung der Alpenschutz-Initiative». Ohne Hafenbecken 3 könne die Schweiz kein trimodales Container-Umschlagterminal verwirklichen. Es sei deshalb verkehrs- und umweltpolitisch «nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet Pro Natura sich jetzt fundamental gegen den Bau des Hafenbeckens 3 stellt und die Verlagerungspolitik torpediert».

Im Jammertal

In seiner Amtszeit in Bern sei ihm, wie auch Kollegin Anita Fetz, zunehmend etwas «auf den Wecker gegangen»: das Jammern über das angeblich ungenügende Lobbying für die Region Basel in Bern. Liess sich nach viel Überzeugungsarbeit endlich eine gemeinsame Linie aller politischen Player finden, «waren wir sehr wohl erfolgreich, sei es bei der Förderung von Bildung und Forschung, sei es bei Infrastrukturprojekten in der Region». Die Miesmacher hätten sich in der Regel bei uns und nicht in Bern befunden. Das gelte nicht nur für das trimodale Containerterminal Basel Nord, sondern ebenso für die trinationale S-Bahn mit dem beschlossenen Halt am Euro-Airport und Aggloprojekte, «die hier und nicht in Bern scheiterten».