Zum Hauptinhalt springen

Hype um Social-AppEin neuer Star im Silicon Valley

Die Audio-App Clubhouse wird im Internet als das nächste grosse Ding gehandelt. Zu den Benutzern gehören etwa Oprah Winfrey oder Drake. Was den Rummel um die App anregt – nur Ausgewählte können dem begehrten Club beitreten.

Ist ein grosser Fan der App: Die Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey.
Ist ein grosser Fan der App: Die Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey.
Foto: GC Images/Archiv

Clubhouse heisst die neue App, das zurzeit das Internet erobert und das Silicon Valley verzaubert. Das neue Soziale Netzwerk verzeichnet bereits über 600’000 Nutzer, sein Wert wird auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt. Zu den Benutzern gehört die Crème de la crème des Silicon Valleys, Hollywoods und anderen Elitekreisen der Welt. Nur um einige Namen zu nennen: Moderatorin Oprah Winfrey, Schauspieler Ashton Kutcher, Rapper Drake und Reddit Co-Gründer Alexis Ohanian sind alle Mitglied bei Clubhouse.

Doch wer denkt, jetzt bei den Stars mitmischen zu können, liegt fehl. Der Clou der App: Auch wenn sich jeder Nobody die App herunterladen kann – benutzen kann man es nur, wenn man von einem Mitglied eingeladen wird. Dies macht Clubhouse extrem begehrenswert und führt bei den Ausgeschlossenen zu FOMO («Fear Of Missing Out»). Die Gründer der App bestreiten jedoch, dass Clubhouse den Anspruch hat, exklusiv zu sein.

Hinter der im April 2020 gegründeten App stecken Paul Davison (ein Unternehmer, der sein letztes Start-Up an Pinterest verkauft hat) und Rohan Seth (Stanford-Alumni und ehemaliger Google-Mitarbeiter). Die Masterminds hinter Clubhouse erklären auf ihrer Website: «Wir entwickeln sie (App) für Jedermann und arbeiten daran, sie so schnell wie möglich der ganzen Welt verfügbar zu machen.» Denn: die App befindet sich erst in der Betaversion. Laut den Gründern sind viele Features noch nicht genug ausgereift, um mehr Nutzer bewältigen zu können.

Was genau ist Clubhouse?

Die Macher beschreiben die App auf ihrer Website als eine «neue Art von Netzwerk, dass auf der Stimme basiert.» «Wir denken, dass die Stimme ein sehr spezielles Medium ist. Da keine Kamera an ist, muss man sich keine Sorgen um Augenkontakt machen oder was man gerade anhat oder wo man sich befindet.»

Die Audio-App ist im Wesentlichen eine Kombination aus einem Podcast-Netzwerk, einer virtuellen Eventfläche und einem Live-Chatroom. Wenn man das App öffnet, sieht man sogenannte «rooms», also Räume, wo sich Menschen miteinander austauschen können. Sind sie öffentlich, kann man als stiller Zuhörer verschiedenste Konversationen erkunden. Will man aber etwas sagen, muss man à la Zoom virtuell die Hand heben und von den Rednern eingeladen werden.

Die Räume sind nach Themen und Interessen kategorisiert. Die Themenvielfalt ist gross. So gibt es Gespräche über Gesundheit, Kultur, Sport, Wissen, Startups, Kryptowährungen und Sprachen. In den letzten Monaten hat Clubhouse verschiedenste Events ausgerichtet. Es gab Comedy-Shows, Talkshows mit Prominenten, DJ-Abende, Speed Dating, Bücherclubs und auch gesellschaftspolitische Diskussionen, wie zum Beispiel über die BLM-Bewegung (Black Lives Matter).

Doch die gehypte App musste auch viel Kritik einstecken. Demnach war die Beta-App bisher kaum in der Lage, Konversationen zu moderieren. So würden auf der App unkontrolliert rassistische, antisemitische, homophobe und frauenfeindliche Kommentare, wie auch Fake News zugelassen. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Datenschutz, da Nutzerinnen und Nutzer ihr gesamtes Adressbuch auf dem Smartphone mit dem Unternehmen teilen müssten. Ausserdem würden Gespräche angeblich mitgeschnitten.

Davison und Seth versprachen Verbesserungen. Bis zum offiziellen Start von Clubhouse kann man sich derweil auf die Warteliste setzen lassen.

lif