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Corona-EinschränkungenEin Jubiläum unter besonderen Bedingungen

Das Theater Arlecchino steht vor seiner 25. Spielsaison. Doch anstatt Feierlaune schwingt eine gewisse Sorge mit, ob über den Winter die Vorführungen so stattfinden können wie geplant.

Thomas Luterbacher und Peter Keller (von links) vom Theater Arlecchino stehen in der Jubiläumssaison vor einigen Herausforderungen.
Thomas Luterbacher und Peter Keller (von links) vom Theater Arlecchino stehen in der Jubiläumssaison vor einigen Herausforderungen.
Foto: Lucia Hunziker

Im Theater Arlecchino herrscht emsige Geschäftigkeit, denn die neue Saison steht bevor. Diese wird als eine denkwürdige in die Geschichte eingehen, denn nicht nur feiert das Theater für Kinder und Familien sein 25-Jahr-Jubiläum die Corona-Krise sorgt zusätzlich für Herausforderungen. «Wir waren in der glücklichen Lage, dass wir während der Sommerferien mit unseren Freiluftaufführungen Hochsaison hatten», sagt der Gründer und künstlerische Leiter, Peter Keller.

«Es ist für uns schon ein Höhepunkt, wenn wir spielen können.»

Thomas Luterbacher, Leiter Theater Arlecchino

Die kommende Saison werde für das Haus im St. Jakob hingegen speziell werden. Dies aufgrund der Corona-bedingten Auflagen. «Wir haben die Kasse nach aussen verlegt und werden die Treppe hier drinnen nur noch für das Hochsteigen benutzen. Nach der Vorstellung müssen die Besucher die Aussentreppe nehmen, damit es keinen Gegenverkehr gibt», so Theaterleiter Thomas Luterbacher.

In der Cafébar wurden Tische und Stühle reduziert, dafür werde eine zusätzliche Aussenbar eingerichtet. Zudem gilt für Erwachsene Maskenpflicht, und die Besucherzahl wird je nach Kinderanteil um rund 40 Personen reduziert. Die Erfassung der persönlichen Daten fürs Contact-Tracing sei einfach, weil sich die Gäste sowieso über ein Reservationssystem registrierten.

Der Sommer lief gut

Die letzte Saison endete für das Kindertheater mit dem Lockdown abrupt. Keller: «Wir konnten gerade noch die Generalprobe der Zauberflöte durchführen und mussten dann schliessen.» Der dreimonatige Spielstopp habe finanzielle Lücken hinterlassen. «Wir konnten zwar Kurzarbeit für die Mitarbeitenden anmelden, hatten aber keine Einnahmen. Da wir keine Subventionen erhalten, sind wir auf die Ticketerträge angewiesen.» Für die Freiluftaufführungen im Sommer sei bis zur letzten Minute unklar gewesen, ob sie durchgeführt werden können.

«Wir haben hier im Haus geprobt, und unser Bühnenbildner bereitete so viel wie möglich vor. Das war eine strenge Zeit, und wir waren glücklich, als wir im Park im Grünen und der Langen Erlen starten konnten», so Keller. Die Besucher hätten die Sicherheitsmassnahmen gut akzeptiert. Dafür habe es aber zusätzliches Personal gebraucht. «Trotz allem lief es gut, und wir hatten über 23000 Besucher», freut sich Theaterleiter Luterbacher, denn der Sommer sei für die Werbung des Theaters wichtig. «Zudem beschäftigen wir im Sommer viele Profischauspieler, denen es in der Krise schlecht ging.»

Zuversichtlich in die neue Saison

Den Start in die Jubiläumssaison habe er sich anders vorgestellt, sagt Keller, der das Kindertheater vor 25 Jahren gegründet hatte. Der ehemalige Metallbauzeichner, Sozialpädagoge und Journalist engagierte sich lange für das Kindercharivari und rutschte so in die Theaterszene, bis er schliesslich ein eigenes Theater gründete. Nach seinem 65. Geburtstag stellte er Luterbacher als Theaterleiter ein und amtiert bis heute mit seinen knapp 71 Jahren als künstlerischer Leiter.

Dabei tanzt er auf vielen Bühnen. So organisiert er regelmässig im Auftrag der Basellandschaftlichen Kantonalbank eine Tournee durch das Baselbiet sowie Aufführungen im Spielzeugmuseum in Riehen. «Wobei diese in der kommenden Saison aufgrund des Museum-Umbaus im Sarasinpark bei der Riehener Musikschule stattfinden», so Keller. «Wir haben eine tolle Publikumsresonanz», verkündet er stolz. An die 50 Mitarbeitende sorgen für einen reibungslosen Theaterbetrieb. «Natürlich können wir keine hohen Löhne bezahlen, die meisten unserer Schauspieler sind aber Laiendarsteller.» In der Regie und den Theaterkursen arbeiten Profis mit. «So können wir attraktive Produktionen zeigen.»

Kindgerechte Zauberflöte

Trotz all der Unsicherheiten blicken die beiden Theatermenschen optimistisch in die neue Saison. «Wir müssen die Entwicklung abwarten und schauen, was kommt. Vorerst starten wir mehr oder weniger normal, mit dem Ziel, das zu zeigen, was wir vorbereitet haben», sagt Luterbacher. Highlights zu Ehren des Jubiläums liegen nicht drin, da man mit dem Normalbetrieb schon genug gefordert sei. «Natürlich hatten wir Pläne, die mussten wir aber zurückstellen. Es ist für uns schon ein Höhepunkt, wenn wir spielen können.» Als Erstes steht die Zauberflöte auf dem Plan, die Keller in eine kindgerechte Form umgeschrieben hat. «Das wäre für Mozart auch in Ordnung, denn das Stück ist ja eine Art Märchen.»