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Kommentar zum Beethoven-JubiläumEin heilsamer Schock für die erstarrte Klassikwelt

Heute vor 250 Jahren wurde der Komponist getauft – und nirgendwo gibts ein Festkonzert. Das ist nicht nur schlecht.

Beethovens Geburtstag kann nur privat gefeiert werden. Renato Häuser, Nachtwächter der Lausanner Kathedrale, tat das schon im Jahr 2011.
Beethovens Geburtstag kann nur privat gefeiert werden. Renato Häuser, Nachtwächter der Lausanner Kathedrale, tat das schon im Jahr 2011.
Foto: VQH

Ein 249. Tauftag ist in der Regel kein Grund für grössere mediale Aufregung. Vor einem Jahr war das anders, denn der Täufling hiess Ludwig van Beethoven. Sein genaues Geburtsdatum kennt keiner, aber was alle wussten, war dies: Das 250. Geburtsjahr stand bevor. Da galt es, rechtzeitig die Jubiläumsmaschinerie anzuwerfen.

Der «Spiegel» brachte also eine Titelgeschichte, die Radiosender präsentierten erste Thementage, in dieser Zeitung erschien ein aus Zitaten montiertes Interview mit dem Komponisten. Weil er halt tatsächlich zu den spannendsten, bedeutendsten, auch rätselhaftesten Figuren der Musikgeschichte gehört. Und um dem Beethoven-Overkill zuvorzukommen, der damals unausweichlich schien.

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