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Neues Angebot wegen CoronaQantas verkauft «Flug ins Nirgendwo» innert Minuten aus

Um den Einbussen beim internationalen Reiseverkehr entgegenzuwirken, bieten manche Fluggesellschaften nun regionale Rundflüge an. Mit Erfolg.

Von Sydney bis Sydney: Die australische Airline Qantas lädt ihre Landsleute zu einem siebenstündigen Rundflug über die Insel ein.
Von Sydney bis Sydney: Die australische Airline Qantas lädt ihre Landsleute zu einem siebenstündigen Rundflug über die Insel ein.
Foto: James D. Morgan (Getty Images) 

Die australische Fluggesellschaft Qantas sucht in der Corona-Krise nach neuen Geschäftsmodellen. Ab kommendem Monat werde ein siebenstündiger Rundflug über Australien angeboten, der in Sydney starten und landen soll, teilte das Unternehmen mit.

Mit einer Boeing 787, die normalerweise für internationale Langstreckenflüge eingesetzt werde, gehe es auf niedriger Flughöhe über Uluru, das Great Barrier Reef und den Hafen von Sydney. Ein Ticket kostet zwischen 787 und 3787 australischen Dollar (umgerechnet zwischen 520 und 2500 Franken).

Wie eine Qantas-Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur «Reuters» mitteilte, sei der Flug innert 10 Minuten ausverkauft gewesen. «Wenn die Nachfrage da ist, werden wir auf jeden Fall weitere dieser Rundflüge in Betracht ziehen», so die Sprecherin.

In Australien sind die Grenzen für Touristen aus dem Ausland noch mindestens bis im Dezember geschlossen. Seit März gilt in Down Under ein strenges Einreiseregime. Nur Staatsbürger, Personen mit Wohnsitz in Australien oder Familienangehörige dürfen über die Grenze. Nach der Ankunft müssen sich Reisende in eine vierzehntägige Quarantäne begeben. Von Reisen ins Ausland wird den Australiern abgeraten.

Krisenbedingter Einbruch um 97,5 Prozent

Die «Flüge ins Nirgendwo» sollen in der Region Asien-Pazifik die Nachfrage ankurbeln. Auch die taiwanische EVA Airways und Japans ANA bieten vergleichbare regionale Rundflüge an, um die Beschäftigung zu sichern und die Lizenzen ihrer Piloten auf dem neuesten Stand zu halten.

Die Fluggesellschaften gehören mit zu den grossen Verlierern der Corona-Krise: Einreisebeschränkungen, Quarantäne-Massnahmen und wechselnde Risikogebiete haben nach Angaben der Vereinigung der Asia Pacific Airlines zu einem Einbruch der internationalen Reisen in der Region um 97,5 Prozent geführt.

Sinkende Fallzahlen nach erneutem Lockdown

Das Land hatte die Pandemie zuerst erfolgreich in den Griff bekommen, als Ende Juni die Fallzahlen wieder rapide anstiegen. Der Höhepunkt wurde Anfang August mit landesweit 700 Neuinfektionen erreicht. Vor allem die Region Melbourne im südöstlichen Bundesstaat Victoria entwickelte sich zum Corona-Hotspot, weshalb sie Anfang Juli in einen erneuten Lockdown ging. Die australische Regierung verordnete eine nächtliche Ausgangssperre. Die benachbarten Bundesstaaten New South Wales und South Australia schlossen ihre Grenze zu Victoria.

Inzwischen sind die Fallzahlen im Bundesstaat allerdings wieder stark rückläufig. Zuletzt meldeten die Behörden 28 laborbestätigte Ansteckungen. Aufgrund der positiven Entwicklung rechnet Victoria mit einer Lockerung der Beschränkungen bis Ende des Monats, sollten die Fallzahlen nicht wieder ansteigen.

Bisher verzeichnete das knapp 25 Millionen Einwohner grosse Land 26’813 laborbestätigte Infektionen und 832 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zuletzt meldete das australische Gesundheitsdepartement bei 54’357 durchgeführten Tests 35 Neuansteckungen. Dies entspricht einer Positivitätsrate von etwa 0,06 Prozent.

sho/REUTERS