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Der Millionen-VerlustEin FCB-Zuschauerschnitt fürs Geschichtsbuch

Mit dem letzten Heimspiel 2020 ist offiziell, was wegen Corona logisch ist: Weil der FCB nur einmal vor über 1000 Menschen spielen durfte, hält er bei 1718 Besuchern pro Ligapartie inne. Es ist der tiefste je ermittelte Saisonschnitt.

Fussball-Profis unter sich: Fabian Frei beim Freistoss vor leeren Rängen.
Fussball-Profis unter sich: Fabian Frei beim Freistoss vor leeren Rängen.
Foto: Andy Müller (Freshfocus).

Es ist weder eine Überraschung noch eine grosse Story. Festhalten darf man es aber trotzdem: Das letzte Heimspiel 2020 gegen den FC St. Gallen musste wegen der Corona-Massnahmen abermals unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Und weil dem schon vorher so war und weil nur einmal in der bisherigen Saison mehr als 1000 Besucher zugelassen waren, hält der FC Basel bei einem Rekord-Tief von 1718 Besuchern pro Partie inne.

Schuld daran ist er so wenig wie alle neun anderen Clubs der Super League, denen es auf ihrem jeweiligen Niveau gleich ergeht. Grösser dürfte beim FCB der finanzielle Schaden sein, der dadurch entstanden ist. Jedenfalls grösser als bei acht der neun Rivalen, denn der BSC Young Boys wies vor der Pandemie und im Sog der jüngeren Erfolge den höheren Zuschauerschnitt auf. 22’193 Besucher wurden bei den zwölf Liga-Heimspielen durchschnittlich gezählt, die in Basel in der Saison 2019/20 bis im Februar unter normalen Bedingungen stattfanden – bei YB waren es 26’708 Besucher pro Partie.

Was das finanziell bedeutet, darüber herrscht keine absolute Klarheit. Es dürfte allerdings weniger sein als die 9,5 Millionen Franken, die FCB-Besitzer Bernhard Burgener jüngst im «Blick» nannte. Dies, weil das Geld der Abos bereits in den Kassen des Geschäftsjahrs 2020 lag und dort grösstenteils auch liegen bleibt und weil die Ausgaben für die Durchführung bei Geisterspielen auch geringer sind.

Folglich muss man davon ausgehen, dass der FCB pro Corona-Super-League-Heimspiel einen Verlust erlitt, der sich zwischen 200’000 und 300’000 Franken bewegt. In Bezug auf die Ligaspiele des ganzen Kalenderjahrs, von denen 15 mit massiven Einschränkungen stattfanden, bedeutet dies, dass man Einbussen zwischen 3 und 4,5 Millionen Franken in Kauf nehmen musste.

Hinzu kommen allerdings ein Cup-Halbfinal und insgesamt fünf internationale Vergleiche im Rahmen der Europa-League-K.o.-Phase und der -Qualifikation, bei denen die Jahreskarten-Besitzer ebenfalls ein Ticket hätten erwerben müssen. Im Normalfall hätte dies dem FCB sechs Heimspiele von unterschiedlicher Attraktivität beschert, die in der Summe wohl noch einmal ähnlich viele Einnahmen gebracht hätten wie die 15 Ligaspiele. Geld allerdings, das bei der Budget-Erstellung nicht einkalkuliert war.

Wer nun also feststellt, der FCB verlor im Kalenderjahr 2020 aufgrund der Zuschauer einen Betrag, der zumindest die Sechs-Millionen-Grenze ritzt, wird nicht falsch liegen. Erstaunlich ist, dass die Basler gemäss Aussagen von Präsident Bernhard Burgener und CEO Roland Heri – begünstigt durch das Transfergeschäft und Uefa-Prämien – nach zuvor drei Jahren mit massiven Verlusten dennoch eine Jahresrechnung erwarten, die sich ausgeglichen gestaltet.

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1 Kommentar
    Charles Duchemin

    Die Einbussehaben die Fans, die Jahreskarten ohne Erhalt einer Gegenleistung bezahlt haben. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich betrachte meine Zahlung als eine Art Solidaritätsbeitrag und Spielausfälle sind in den AGB auch entsprechend geregelt. Dieses Gejammere der Vereine geht einem auf den Keks. Die Einsparungen (Sicherheit, Reinigung etc.) werden nicht so weit weg von den Einnahmen durch Einzeltickets sein.