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Diözese LuganoEhemaliger Generalvikar soll Frau jahrelang festgehalten haben

Ein 80-Jähriger wurde am Freitag in Lugano verhaftet. Er wird der Entführung, Nötigung und einfachen Körperverletzung verdächtigt.

Die Kathedrale San Lorenzo in Lugano.
Die Kathedrale San Lorenzo in Lugano.
Foto: Martin Ruetschi (Keystone)

Der seit Freitag in Polizeigewahrsam genommene ehemalige Generalvikar der Diözese Lugano ist wieder auf freiem Fuss. Dies teilten die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei des Kantons Tessin am Montagabend mit.

Der ehemalige Professor für Theologie an der Universität Lugano wurde am Freitag in Polizeigewahrsam genommen. Der 80-Jährige wird der Entführung, Nötigung und einfachen Körperverletzungen verdächtigt.

Wie die Tessiner Sonntagszeitung «Il Caffè» berichtet, soll der ehemalige Generalvikar in seiner Wohnung, die ihm die Kurie zur Verfügung stellte, eine Frau versteckt haben. Die Finnin habe keine gültigen Aufenthaltspapiere und soll vom 80-Jährigen gegen ihren Willen festgehalten worden sein.

In der Wohnung habe ein unbeschreibliches Chaos geherrscht. Die Frau sei derart verdreckt und verwahrlost gewesen, dass es zur Anzeige wegen einfacher Körperverletzung kam. Die Anwesenheit der Frau im Haus des ehemaligen Theologie-Professors sei kaum aufgefallen. Er habe sie als Cousine vorgestellt. Der 80-Jährige soll die Finnin während eines Online-Unterrichts im Internet kennengelernt und sie zunächst als Hausdame nach Lugano geholt haben.

Diözese sichert Zusammenarbeit zu

Eine von der Staatsanwaltschaft geführte Untersuchung soll die genaue Rolle des Prälaten im Zusammenhang mit der Anwesenheit der 48-jährigen Ausländerin ohne Aufenthaltsgenehmigung in seiner Wohnung in Lugano untersuchen.

In einer am Samstagabend veröffentlichten Pressemitteilung bestätigte die Diözese Lugano die Eröffnung der strafrechtlichen Untersuchung. Sie sicherte der Justiz ihre Zusammenarbeit zu.

5 Kommentare
    Jürg Fehr

    Total cool, der Mann. Hält sich eine Haushälterin, Köchin, Geliebte, Putzfrau - alles in Einem. Und erst noch gratis. Hauptsache, draussen hängt eine orange Fahne.