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Statement gegen RassismusDixie Chicks ändern ihren Namen

Eine Begründung für die Entscheidung wurde nicht genannt, einen klaren Hinweis gibt es jedoch. Und sie sind nicht die erste Countryband, die sich kürzlich umbenannt hat.

Haben sich bereits in der Vergangenheit immer wieder politisch positioniert: Die Band, die neu The Chicks heisst.
Haben sich bereits in der Vergangenheit immer wieder politisch positioniert: Die Band, die neu The Chicks heisst.
Foto: Keystone

Offenkundig zur Unterstützung der Proteste gegen Rassismus, Polizeigewalt und Benachteiligung von Schwarzen in den USA hat die populäre Frauenband Dixie Chicks überraschend ihren Namen geändert.

Das Trio strich kurzerhand das «Dixie» – ein Synonym für den alten Süden der USA – aus dem Namen und nennt sich ab sofort nur noch The Chicks, wie am Donnerstag auf der Website der Band zu sehen war. Eine Begründung für die Entscheidung wurde nicht genannt. Die Website wurde entsprechend umbenannt.

Lied als Statement

Dort ist zudem ein Video mit einem neuen Lied abrufbar: «March, March» (Marschiere, marschiere) heisst der Song, der mit Bildern von Demonstrationen für Klimaschutz, gegen Krieg und auch gegen Rassismus begleitet wird. Am Ende des Videos werden zahlreiche Namen von Opfern rassistischer Gewalt eingespielt – an prominenter Stelle der Afroamerikaner George Floyd, der Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben kam.

Auf ihrer neuen Website schreiben Natalie Maines, Emily Strayer and Martie Maguire: «We want to meet this moment.» Die Änderung nahm die Band knapp einen Monat vor Erscheinen ihres neuen Albums «Gaslighter» vor – das erste Album nach 14 Jahren.

Es sei das vielleicht prominenteste Beispiel eines musikalischen Umtaufaktes im Zusammenhang mit Diskussionen um historische und soziale Resonanz, schreibt die «New York Times» dazu.

Problematische Begriffe

Die Band ist in den letzten Wochen medial mehrfach unter Druck geraten. Unter anderem forderte Jeremy Helligar die Band in einer Gastkolumne des Magazins «Variety» auf, ihren Namen zu ändern, so wie es zuvor bereits die US-amerikanische Countrygruppe Lady Antebellum getan hatte. Der Ausdruck «antebellum», auf Lateinisch «vor dem Krieg», bezeichnet in den USA die Zeit vor dem Bürgerkrieg. Die Südstaatenkonföderation kämpfte damals im Krieg von 1861 bis 1865 dafür, die Sklaverei zu erhalten – vergeblich.

«Es ist bedauerlich und peinlich zu sagen, dass wir die Assoziationen, die dieses Wort in Bezug auf die Zeit vor dem Bürgerkrieg, einschliesslich der Sklaverei, belasten, nicht berücksichtigt haben», schrieb die Band auf Instagram.

Das britische Plattenlabel One Little Indian, für das unter anderem Björk singt, hat seinen Namen ebenfalls angepasst, in One Little Independent. Zudem wird es sein Logo anpassen.

Politische Band

Nun zogen auch The Chicks nach. Das Wort «Dixie» stammt von der Mason-Dixie-Linie. Dies war die informelle Grenze zwischen den Südstaaten, in denen Sklaverei herrschte, und den freien Staaten im nördlichen Teil des Landes. Die Region im Süden wurde dabei etwa als «Dixieland» bezeichnet.

Schon unter dem alten Namen war die Band bekannt dafür, dass sie gesellschaftskritische Themen gerne aufgriff. Wegen der Ablehnung des Irakkriegs und der Politik des damaligen Präsidenten George W. Bush geriet das Trio selbst in den Mittelpunkt öffentlicher Kritik von bisherigen Fans seiner Countrypopmusik. Nach diesem Aufschrei 2003 und einem zunehmenden Boykott legte die Band eine lange Pause ein. Ihr neues Album soll am 17. Juli erscheinen.

SDA/ahl

32 Kommentare
    Klaus Weber-Fink

    Namensänderung: aus Dixie Checks wird Chicksie Dicks.