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Wetab-Lobhudelei mit Folgen

Die negativen Meldungen über den iPad-Konkurrenten reissen nicht ab: Nun hat Firmenchef Helmut Hoffer von Ankershoffen laut Medienberichten zugegeben, unter falschem Namen auf Amazon positive Beiträge für das Wetab veröffentlicht zu haben.

Lobte unter falschem Namen das Wetab: Neofonie-Firmenchef Helmut Hoffer von Ankershoffen bei der Präsentation des damals noch Wepad genannten Geräts.
Lobte unter falschem Namen das Wetab: Neofonie-Firmenchef Helmut Hoffer von Ankershoffen bei der Präsentation des damals noch Wepad genannten Geräts.
AFP

Zuerst war bei der grossen Medienpräsentation im April kein einwandfrei funktionierendes Gerät vorhanden. Als dann die Hardware Ende September schliesslich auf dem Markt kam, hagelte es bezüglich Funktionalität Kritik. Und im PR-Desaster wird nun ein weiteres Kapitel geschrieben: Wie Spiegel.de berichtet, hat Firmenchef Helmut Hoffer von Ankershoffen gestanden, bei Amazon zwei Lobeshymnen unter falschem Namen veröffentlicht zu haben. Er habe die Bewertungen privat verfasst, ohne sich mit der Geschäftsführung und der Kommunikationsabteilung abzustimmen, schreibt Hoffer von Ankershoffen in seiner Stellungnahme auf Facebook.

«Tolles Gerät»

Mit den beiden fraglichen Rezensionen wollte Hoffer von Ankershoffen nach eigenen Angaben seiner Freude über den Verkaufsstart Ausdruck verleihen und darüber, dass «das Wetab ein tolles Gerät» sei. Inhaltlich stehe er voll hinter dem, was dort geschrieben steht. Aber es sei ein Fehler gewesen, nicht seinen eigenen Namen zu verwenden: «Dafür möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen!», schreibt er in einer Stellungnahme auf Facebook.

Kurz nach dem Verkaufsstart erschienen im Web zahlreiche kritische Besprechungen. Aus den mässigen Bewertungen stach allerdings ein gewisser «Peter Glaser» heraus, der euphorisch über die Hardware schrieb. Neben der Note «sehr gut» hiess es: «Ich muss meine vorige Rezension korrigieren: Das Wetab ist nicht gut, sondern sehr sehr gut... Heute kam ein Update. Ist alles noch flüssiger geworden. Hab meine E-Mail Konten (bei Google und Web.de) eingerichtet, funktioniert super. Der Browser ist scheinbar auch schneller geworden – was will man mehr... Insgesamt macht das Wetab einen sehr sehr guten Eindruck. Ich kann das Teil nur empfehlen und warte sehr gespannt auf die Android-App-Unterstützung!»

Blogger Richard Gutjahr fand heraus, dass hinter dem Amazon-Kundenprofil von Peter Glaser aber nicht der gleichnamige Schriftsteller steckt, der zudem noch Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs ist, sondern Helmut Hoffer von Ankershoffen persönlich. Sein Name erschien jedenfalls, wenn man über Amazons Wunschliste das Kundenprofil von Peter Glaser aufrief.

Auch Ehefrau involviert

In einer zweiten auffallend positiven Rezension fand eine gewisse Claudia Kaden:«Das Wetab ist sehr schön und genau wie ich es mir vorgestellt habe.» Wie sich herausstellte, gehört das Kundenprofil Sandra Hoffer von Ankershoffen, der Ehefrau des Wetab-Gründers. Beide Profile und Kommentare sind bereits am Samstag verschwunden, aber durch Screeenshots dokumentiert.

Hoffer von Ankershoffen hat sich nun entschieden, seine Position als Geschäftsführer bis auf Weiteres ruhen zu lassen». Vorläufig soll Tore Meyer, bereits bisher Geschäftsführer, die Firma nach aussen vertreten.

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