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US-Senator fordert Antworten von Steve Jobs

Laut britischen Computerexperten speichern iPhone und iPad ständig den Standort ihrer Nutzer. Die US-Politik übt nun Druck auf Apple aus.

Der Computerkonzern Apple ist in der Kritik. Das deutsche Konsumentenschutzministerium forderte eine Erklärung zu den Angaben britischer Informatiker, nach der iPhones und iPads fortlaufend Aufenthaltsorte ihrer Nutzer in einer versteckten Datei speichern.

Nach Angaben der britischen Informatiker Alasdair Allan und Pete Warden, die ihre Erkenntnisse auf einer Konferenz in San Francisco vorstellten, speichert das mit dem im Juni 2010 eingeführten Betriebssystem iOS4 ausgestattete iPhone 3G sowie das iPad 3G regelmässig den Standort ihrer Nutzer. Bei den gespeicherten Daten handelt es sich um eine Liste von Ort- und Zeitangaben, die ungefähre Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort des Nutzers zulässt.

Brief von US-Senator

Ein Sprecher der deutschen Konsumentenschutzministerin Ilse Aigner forderte Apple auf, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Das heimliche Erfassen und Speichern der Standort-Daten eines Smartphones wäre ein grober Eingriff in die Privatsphäre des Nutzers. Bewegungsprofile zählten zu den sensibelsten persönlichen Daten überhaupt und dürften nur mit «gesonderter und ausdrücklicher Zustimmung des Betroffenen» erhoben werden.

Vorbehalte gegen einen möglichen Datenmissbrauch gibt es auch in den USA. Der Senator Al Franken wandte sich in einem offenen Brief an Apple-Chef Steve Jobs. Von Jobs verlangt der US-Politiker Aufklärung darüber, warum Apple diese Daten sammle und speichere. Ausserdem will Franken wissen, warum iPhone- und iPad-Nutzer nicht über die geheime Speicherung der Daten informiert worden seien und wer Zugriff auf diese Informationen habe.

«Sicherheitsrisiko»

Apple nutzt wie andere Mobilfunkanbieter für die Aufzeichnung der Daten die Funkpeilung, mit der Mobiltelefone anhand ihrer Position zum nächsten Sendemast geortet werden. Neu ist, dass die Protokolle auch auf den Geräten selbst als Datei gespeichert werden.

Apple habe ein Sicherheitsrisiko geschaffen, kritisierten die Informatiker Allen und Warden. Während solche Daten sonst sicher auf den Zentralrechnern der grossen Mobilfunkanbieter lägen, könnten sie auf neueren iPhones und iPads sowie den mit ihnen synchronisierten Computern von jedem eingesehen werden, der es darauf anlege.

«Apple hat es allen von der eifersüchtigen Ehefrau bis zum Privatdetektiv ermöglicht, ein detailliertes Bild deiner Bewegungen zu bekommen», schreiben sie auf ihrer Internetseite petewarden.github.com/iPhoneTracker.

Zweck unklar

Warum Apple die Ortungsdaten in einer Datei auf den Geräten protokolliert, ist den britischen Computerexperten zufolge unklar. Es gebe keinerlei Hinweise darauf, das diese an irgendwen übermittelt würden. Die Daten würden offenbar lediglich auf dem iPhone oder iPad gesammelt sowie auf jedem Rechner hinterlegt, der mit den mobilen Endgeräten synchronisiert werde.

Auf den zur Synchronisation genutzten Rechnern könnten Nutzer den Zugang zu den Daten durch Aktivierung der standardmässigen Backup- Verschlüsselung einschränken. Auf den Geräten selbst sei dies allerdings nicht möglich.

SDA/kpn

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