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Tausende Whatsapp-Gruppen für Unbefugte zugänglich

Auf Google hat Whatsapp diese Zugänge schon am Wochenende gesperrt, über Bing funktioniert der Trick nach wie vor.

Die ganze Welt kann beliebigen Gruppen beitreten, wenn entsprechende Links über Suchmaschinen auffindbar sind. Der Facebook-Konzern hat das so beabsichtigt. Foto: Reuters
Die ganze Welt kann beliebigen Gruppen beitreten, wenn entsprechende Links über Suchmaschinen auffindbar sind. Der Facebook-Konzern hat das so beabsichtigt. Foto: Reuters

Unbefugte können sich leichter Zugang zu Whatsapp-Gruppen verschaffen als viele denken. Tausende Gruppenchats sind einfach über Microsofts Suchmaschine Bing zu erreichen. Whatsapp-Gruppen werden auch von vielen Schulklassen, Vereinen und Unternehmen genutzt – trotz diverser Datenschutzbedenken.

Die Links, die von der Suchmaschine erfasst werden, sind jene Einladungslinks, die Mitglieder einer Gruppe verschicken können, wenn sie gezielt neue Menschen in ihre Gruppe bringen wollen. Tatsächlich ist die Idee hinter dem Einladungslink, dass jeder, der ihn kennt, Zugang zur Gruppe erhält. Dass diese Zugänge aber offen im Netz stehen, dürfte den allerwenigsten Whatsapp-Nutzern bekannt sein. Gruppenmitglieder, die als Administratoren erweiterte Rechte haben, müssen auf den Besucher aufmerksam werden, um ihn wieder aus der Gruppe zu werfen.

Bing erfasst offensichtlich viele dieser Links als normale Suchergebnisse. Eine kurze Eingabe in Bings Suchmaske reicht, um den Gruppen beitreten zu können. Denn alle Einladungslinks beinhalten eine bestimmte URL. Wer alle Sub-Seiten dieser URL auf Bing sucht, erhält Hunderttausende Treffer.

Es handelt sich nicht um einen Fehler

Unbeteiligte können so problemlos einer arabischsprachigen Gruppe beitreten, zu deren Mitgliedern sie keinerlei Kontakt hatten. Eine Suche nach «Deutschland» brachte als ersten Treffer eine Gruppe, deren Beschreibung nur aus den Worten «Heil Hitler» besteht. Jordan Wildon, Journalist der Deutschen Welle, fand auf Google vor Tagen unter anderem eine Gruppe namens «child porn», und andere, die dem Augenschein nach dem Austausch von Kinderpornografie dienen.

Nutzern bleibt derzeit nur, ihre Einladungslinks zu widerrufen, damit sie nicht mehr über die Listen funktionieren. Mehrere von den getesteten Treffern sind auf diese Weise schon zu «toten» Links geworden.

Eigentlich sollten die Einladungslinks im Netz nicht mehr auffindbar sein. Am Wochenende hatte Wildon bekannt gemacht, dass sich die Gruppen über Google finden und betreten lassen. Whatsapp sorgte dann mit einer technischen Umstellung dafür, dass die Gruppen über Google nicht mehr auffindbar waren. Auf Bing sind sie nach wie vor zu finden.

Offensichtlich war diese Art, Gruppen per Suchmaschine zu finden, vom Facebook-Konzern gewollt. Whatsapp gehört zu Facebook. Als ein Hacker Facebook auf diese – seiner Meinung nach gefährliche – Situation aufmerksam machte, antwortete ihm Facebook nur: Es handele sich nicht um einen Fehler, sondern um eine «bewusste Produktentscheidung».

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