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Das Ende der konsumentenfeindlichen «Knebelverträge»

Erleichterung für die Handykunden der Swisscom: Noch in diesem Jahr wird die automatische Verlängerung von Mobilfunkabonnements abgeschafft. Die Reaktionen von Orange und Sunrise stehen noch aus.

Hat gute Nachrichten für Handy-Kunden: Swisscom-Chef Carsten Schloter.
Hat gute Nachrichten für Handy-Kunden: Swisscom-Chef Carsten Schloter.
Keystone

Neben der Abschaffung der automatischen Verlängerung von Handyverträgen würden weitere Verbesserungen des Kundendienstes eingeführt, erklärte die Swisscom am Montag zu entsprechenden Recherchen der Nachrichtenagentur AWP. So werde beispielsweise eine Kostenlimite für die Übertragung von Daten im Ausland (sog. Roaming) noch im ersten Halbjahr 2011 eingeführt.

Mit ihr können die Kunden selber eine Obergrenze eingeben, damit sie keine bösen Überraschungen beim Surfen mit dem Handy erleben, wenn sie nach der Heimkehr ihre Handyrechnung öffnen. Die finanziellen Auswirkungen könnten derzeit nicht beziffert werden, sagte ein Swisscom-Sprecher.

Analysten rechnen mit «sehr begrenzten» Folgen für den Telekomkonzern. Die Swisscom-Kunden zeigten ohnehin eine relativ geringe Wechselbereitschaft, sagte ein Experte.

Applaus von Comparis

Die sogenannten Rollover-Verträge waren im Mobilfunk bisher Standard. Der Vertrag verlängerte sich nach Ablauf der Mindestlaufzeit automatisch um ein weiteres Jahr, wenn der Kunde nicht rechtzeitig kündigte.

Der Internetvergleichsdienst Comparis begrüsst das Ende der «konsumentenfeindlichen» Knebelverträge. Wer bisher aus einem laufenden Handyvertrag aussteigen wollte, habe eine Strafgebühr von mehreren hundert Franken bezahlen müssen, schreibt Comparis in einem Communiqué vom Dienstag.

9,3 Millionen Handyanschlüsse

Er finde es super, dass die Swisscom nun auf diese Strafe verzichten werde, erklärte Telekomexperte Ralf Beyeler. Details, wann und wie die Swisscom ihre Kunden mit den neuen Vertragskonditionen beglücken wolle, seien noch nicht bekannt. Die Swisscom habe vor zehn Jahren die Knebelverträge für Mobilfunkabos eingeführt. Sunrise und Orange hätten kurz darauf nachgezogen.

In der Schweiz gab es Ende 2010 insgesamt rund 9,3 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Ex-Monopolistin Swisscom hielt mit 5,8 Mio Kunden einen Marktanteil von rund 62 Prozent, gefolgt von Sunrise und Orange auf den Plätzen zwei und drei. Ein guter Teil der Kunden hat allerdings vertragslose Prepaidhandys.

Keine Änderungen bei Sunrise und Orange

Bei der Swisscom-Konkurrenz bleibt vorerst alles beim Alten. Es seien derzeit keine Änderungen bei der automatischen Vertragsverlängerung geplant, teilten Orange und Sunrise auf Anfrage mit. Man analysiere die Lage und behalte sich eine Reaktion zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Im Gegensatz zur Swisscom wendet Sunrise die automatische Vertragsverlängerung auch bei Festnetz und Internet an. Cablecom hat dagegen bereits seit letztem Monat darauf verzichtet.

SDA/rek

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