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Blackberry-Hersteller findet kein Mittel gegen Konkurrenten

Research In Motion (RIM) ist für das schlechte Ergebnis von den Börsen heftig abgestraft worden. Apple- und Android-Geräte ziehen weiter davon.

Brachte nicht den gewünschten Erfolg: RIM-Tablet Playbook.
Brachte nicht den gewünschten Erfolg: RIM-Tablet Playbook.
Keystone

Im vorbörslichen New Yorker Handel stürzte die Aktie am Freitag um mehr als 23 Prozent auf 22,58 Dollar ab, nachdem der Konzern aus dem kanadischen Waterloo sein Ergebnis für das zweite Geschäftsquartal vorgelegt hatte.

RIM, ehemals Platzhirsch auf dem Markt für Smartphones, hat es bisher nicht geschafft, seine Dominanz aus dem Firmenkundengeschäft auf Privatnutzer zu übertragen. Hier dominieren Apples iPhones und die Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android. Auch die Verkäufe des Tablet-Computer Playbook von RIM hinken den Analysten-Erwartungen weit hinterher: Rund 200'000 Geräte seien im Vierteljahr bis Ende August verkauft worden, teilte der Konzern mit. «Apple verkauft in zwei Tagen mehr iPads als RIM in einem ganzen Quartal», sagte Analyst Colin Gillis von BGC Financial.

Geschäft deutlich geschrumpft

Das Geschäft von RIM schrumpfte daher deutlich. So halbierte sich der Nettogewinn fast auf 419 Millionen Dollar oder 80 US-Cent je Aktie, nachdem er im Vorjahresquartal noch bei 796,7 Millionen Dollar gelegen hatte. Der Umsatz fiel um 15 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. «Sie verkaufen einfach nicht. Sie sind nicht konkurrenzfähig», sagte Analyst Peter Misek von Jeffries & Co in New York. «Die Android-Telefone treffen sie wirklich hart.»

RIM droht Nokia-Schicksal

Mit dem Absturz erleidet RIM ein ähnliches Schicksal wie der Konkurrent Nokia. Auch die Finnen haben den Anschluss im margen- und prestigeträchtigen Markt für Smartphones verloren – trotz des Umschwenkens auf das viel gelobte Betriebssystem Windows Phone 7 von Microsoft. Im zweiten Quartal hatten Apple und Samsung den Konzern als weltweiten Marktführer für die Oberklasse-Handys abgelöst. Seit Februar hat sich der Nokia-Aktienkurs in etwa halbiert.

Zuletzt hatte RIM Ende Juli angekündigt, 2000 Jobs im Rahmen eines Sparprogramms streichen zu wollen. Das entspräche etwa einem Zehntel aller Mitarbeiter. Zudem hatte der Konzern die Märkte schon mit der Vorstellung seiner letzten Quartalszahlen Mitte Juni enttäuscht. Damals sackte der Aktienkurs um fast 15 Prozent ab.

Offen blieben zudem die Zukunftsaussichten. So nannte RIM-Co-Chef Mike Lazaridis weiterhin keinen genauen Starttermin für Geräte mit dem neuen Betriebssystem QNX. Erste Prototypen sollten in nicht allzu ferner Zukunft verfügbar sein, in Serie gehen könnte QNX dann in etwa einem Jahr, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

dapd

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