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Reale Strafe für Raub von virtuellen Gegenständen

Zwei Jugendliche sind in den Niederlanden verurteilt worden, weil sie in einem Onlinespiel virtuelle Gegenstände ergaunert haben.

Die beiden sind von einem Richter im niederländischen Leuwarden zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert worden. Sie hatten einen 13-Jährigen so lange mit einem Messer bedroht und geschlagen, bis er ihnen zwei eingesammelte Gegenstände (Maske und Amulett) aus dem Onlinespiel Runescape auf ihr Spielerkonto übertrug.

Gleicher Wert wie reales Gut

Der Fall kam anschliessend vor Gericht, wo der Staatsanwalt argumentierte, dass virtuelle Gegenstände für Eigentümer einen konkreten Wert hätten. In der Onlinewelt von Runescape spiele gerade das Sammeln und Tauschen von Gegenständen (Items) eine wichtige Rolle. Sie hätten für den Spieler den gleichen Wert wie ein reales Gut. Der Richter befand denn auch, dass virtuelle Gegenstände wie reale Dinge zu behandeln sind und den gleichen Wert haben. Denn beispielweise auch elektrischer Strom sei ein materielles Gut, dessen Diebstahl strafbar sei.

Mit seiner Beurteilung, welchen Wert ein virtueller Gegenstand hat, liegt der Richter nicht falsch. So wechselten in der Vergangenheit immer wieder Gegenstände aus dem Onlinespiel World of Warcraft für reales Geld den Besitzer. So genannte Items Crawler (Sammler von Gegenständen) spezialisieren sich darauf, die Onlinewelten nach Gegenständen abzusuchen.

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