Japan beschlagnahmt Google-Daten

Tokio hat wegen eines unerlaubt im Internet veröffentlichten Videos Ermittlungen aufgenommen.

Die japanische Justiz hat wegen eines unerlaubt im Internet veröffentlichten Videos am Sitz des Internetriesen Google in Tokio mehrere Nutzerdaten beschlagnahmt. Einem Bericht des öffentlichen TV-Senders NHK vom Dienstag zufolge leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein, um den oder diejenigen zu finden, die den Film auf die Internetplattform Youtube stellten.

Das Video zeigt den Zusammenstoss eines chinesischen Fischerbootes mit zwei japanischen Patrouillenbooten Anfang September nahe einer umstrittenen Inselkette, der zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen beiden Ländern geführt hatte. Google ist Eigentümer von Youtube.

Kein Kommentar von Google

NHK zufolge wurde der 44-minütige offenbar von der Küstenwache gestohlene Film vor vier Tagen bei Youtube eingestellt. Japan bestätigte die Echtheit der Aufnahmen, die bislang nur die japanische Regierung, Sicherheitsbeamte und einige Abgeordnete sehen durften. Die Ermittler wollen nun sämtliche IP-Adressen der Nutzer von Youtube untersuchen, um herauszufinden, wer das Video ins Internet stellte. Google selbst wollte sich zu dem Fall nicht äussern.

Nach dem Zusammenstoss der Boote hatte die japanische Marine den Kapitän und seine Mannschaft festgenommen. Nach harschen Reaktionen aus China wurde die Mannschaft einige Tage später wieder freigelassen, der Kapitän aber blieb noch einige Wochen lang in Gewahrsam. Inzwischen ist er auch wieder in China.

rek/afp

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