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Google scannt Millionen Zeitungsseiten

Der Werberiese Google baut ein gigantisches Online-Zeitungsarchiv auf. Von der «New York Times» bis hin zum kleinsten Lokalblatt, alle frühere Ausgaben sollen im Internet künftig zugänglich sein. Verleger begegnen dem Projekt mit Skepsis.

In einem ersten Schritt digitalisiert Google sämtliche historische Ausgaben von 100 Zeitungen, die auf Mikrofilm vorliegen. Die Seiten werden eingescannt, es folgt eine Texterkennung, schliesslich werden die Inhalte indiziert. Danach werden die Zeitungsseiten den Benutzern zugänglich gemacht. Wer auf «Google News Archiv» klickt, erhält die originalen Zeitungsseiten von früher angezeigt. Die Schlagzeilen und Bilder der Ausgabe werden dabei ebenso angezeigt, wie die Anzeigenwerbung.

Mit dem Digitalisierungsprojekt hat Google bereits vor zwei Jahren begonnen, wie das Unternehmen gestern auf seinem Firmenblog verlauten liess. Bereits sind Teile der historischen Jahrgänge von «New York Times», «Washington Post» und «Time Magazine» bis zurück ins Jahr 1850 indiziert. Nach und nach sollen immer mehr Zeitungen dazu kommen und die Zeitungsseiten auch in der Google-Suche angezeigt werden – von der nationalen Zeitungen mit Weltruf bis hin zum kleinsten Lokalblatt. «Sobald wir mit immer mehr Verlagen zusammenarbeiten, werden wir unser Ziel näherkommen, Millionen von Zeitungsseiten rund um den Globus zugänglich zu machen», erklärt Google.

Nur in Kooperation mit Verlegern möglich

Und wie reagieren die Verleger auf das immense Archivierungsprojekt? Gegen «Google News» laufen in mehreren Ländern Europas die Verleger Sturm, weil das Angebot ihrer Ansicht nach urheberrechtlich geschützte Inhalte von ihren Medienwebsites übernimmt. Die Medienhäuser werden dem Projekt deshalb mit einiger Skepsis begegnen – so auch in der Schweiz: «So ein Vorhaben von Google wäre, falls überhaupt, nur in Kooperation mit den Verlegern möglich», urteilt Catherine Müller, Rechskonsulentin vom Verband Schweizer Presse auf Anfrage von Newsnetz. Andernfalls seien juristische Auseinandersetzungen programmiert.

Bei Google ist man sich dieses Konfliktpotenzials offenbar bewusst: Der Konzern will das Projekt ausdrücklich in Kooperation mit den Zeitungsverlagen lancieren. Der Vorschlag von Google: Die Verlage sollen einen Teil der Werbeeinnahmen erhalten, welche durch Anzeigen neben den Zeitungsseiten generiert werden.

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