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Facebook neu mit über 50 Geschlechts-Optionen

Ein «Meilenstein»: US-Amerikaner können nun zwischen «androgyn», «transsexuell», «intersexuell» und vielen anderen Optionen wählen. Auch Schweizer haben diese Möglichkeit – wenn sie Facebook auf Englisch verwenden.

sly
Neues Facebook-Feature: Die einzelnen Bezeichnungen lassen sich auch kombinieren.
Neues Facebook-Feature: Die einzelnen Bezeichnungen lassen sich auch kombinieren.
PD

Bisher gab es nur die Auswahl zwischen «Male» und «Female», nun können die Benützer der englischen Facebook-Version auch «Custom» anklicken und danach zwischen Dutzenden neuen Geschlechter-Optionen wählen und diese kombinieren. So gibt es insgesamt rund 50 Möglichkeiten, sein Geschlecht zu identifizieren. Zudem können die Benutzer entscheiden, ob sie als «him», «her» oder «them» angesprochen werden möchten.

«Für viele Leute bedeutet das nichts», sagte Facebook-Mitarbeiterin Brielle Harrison gegenüber der «Huffington Post», «aber für jene, die es betrifft, bedeutet es die Welt.» Harrison durchläuft selbst eine Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau. Facebook arbeitete bei der Änderung mit Organisationen zusammen, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen einsetzen. Im Vorfeld gab es jahrelanges Lobbying von Benutzern, die auf Facebook-Seiten Petitionen für ihr Anliegen starteten.

kritische Stimmen

Der Präsident der amerikanischen Human Rights Campaign, Chad Griffin, lobt die Änderung. Facebook habe einen Meilenstein erreicht, der es zahlreichen Menschen ermögliche, sich ehrlicher und exakter zu präsentieren, sagte er der «Huffington Post». Es gibt aber auch kritische Stimmen in den USA, in denen laut Schätzungen knapp 700'000 Transsexuelle leben. Es sei unmöglich, die biologische Realität der Zweigeschlechtlichkeit zu leugnen, sagte Jeff Johnston, Mitglied der religiösen Organisation Focus on the Family. «Nur weil man etwas sagt, wird es nicht automatisch Wirklichkeit. Aber wir haben wir haben grosses Mitgefühl mit jenen, die ihr biologisches Geschlecht zurückweisen.»

Die Änderung des Geschlechts erscheint bei Facebook nicht als «live event» und auch nicht als Eintrag in der «Timeline». Zudem kann man die Information über sein Geschlecht weiterhin geheim halten. Bei anderen sozialen Netzwerken wie etwa Google+ gibt es ebenfalls die Möglichkeit, sein Geschlecht als «Other» anzugeben, aber keine weiterführenden Optionen.

Die neuen Gender-Möglichkeiten sind bisher nur in der englischen Sprachvariante verfügbar. Auch Schweizer können diese jedoch benutzen, wenn sie die Sprache ihres Facebook-Accounts zu «English (US)» ändern. Bei den allgemeinen Profilinformationen kann man anschliessend «Custom» anwählen und den gewünschten Begriff eingeben, zu dem Facebook dann diverse Vorschläge macht. Facebook arbeitet derzeit an der Umsetzung des Features für andere Sprachen und Länder.

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