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Das Ende von Wikileaks?

Das Enthüllungsportal setzt wegen Geldproblemen die Veröffentlichung von geheimen Dokumenten aus.

Fertig gefeiert? Wikileaks-Gründer Julian Assange braucht dringend Geld.
Fertig gefeiert? Wikileaks-Gründer Julian Assange braucht dringend Geld.
AFP

Wikileaks verstummt vorerst. Aus finanziellen Gründen wird die Veröffentlichung von geheimen Dokumenten ausgesetzt, wie die Enthüllungsplattform am Montag in London mitteilte. Wikileaks werde sich darauf konzentrieren, dringend benötigtes Geld aufzutreiben.

Um ihr Überleben sicherzustellen, müsse die Plattform nun «aggressives Fundraising» betreiben, hiess es in der Erklärung. Die Blockade von Unternehmen wie Visa, Mastercard und Western Union lasse Wikileaks keine andere Wahl.

Dass mehrere Kreditkartenfirmen verhinderten, Spenden an Wikileaks weiterzuleiten, hat die Enthüllungsplattform nach eigenen Angaben an die Wand gedrängt.

Faktisch läuft die Arbeit von Wikileaks schon seit langem auf Sparflamme. Die Aktivisten veröffentlichten in den vergangenen Monaten ausschliesslich geheime Depeschen von US-Diplomaten aus dem Fundus, der ihnen in die Hände gefallen war.

Spätestens nachdem die gesamte unverschlüsselte Datei mit der Korrespondenz in Umlauf gekommen war, erübrigten sich weitere Publikationen dieser Art. Assange hängt seit Monaten unter Aufsicht in Grossbritannien fest, während über seine Auslieferung nach Schweden entschieden wird. Dort wird ihm sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Vorwürfe an «The Guardian»

Zuletzt hatte es Wirbel um die ungeschwärzte Veröffentlichung brisanter US-Botschaftsdepeschen gegeben. Wikileaks-Gründer Julian Assange machte hierfür die britische Zeitung «The Guardian» verantwortlich. Diese habe ein Passwort für die ungeschwärzte Version der Depeschen veröffentlicht und damit das Vertrauen von Wikileaks missbraucht.

Die US-Regierung, aber auch Menschenrechtsorganisationen hatten gewarnt, dass das Leben von Informanten der USA durch die Veröffentlichungen gefährdet sei.

dapd/afp/sda/rek

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