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Das bietet die nächste Browser-Generation

Ungefragt haben die grossen Online-Werbefirmen bislang die Internetnutzer als billige Datenquellen ausgenutzt. Der neue Internet Explorer bietet nun einen so genannten Tracking-Schutz. Ähnliches planen Firefox und Chrome.

Der zuständige Microsoft-Manager für den neuen Internet Explorer: Dean Hachamovitch.
Der zuständige Microsoft-Manager für den neuen Internet Explorer: Dean Hachamovitch.
Keystone

Völlig ungefragt haben die grossen Online-Werbefirmen bislang die Internetnutzer als billige Datenquellen ausgenutzt. Sie sammelten so ziemlich alles, was für sie interessant sein könnte: Was sucht der Nutzer, auf welcher Website war er vorher, wo geht der jetzt hin. Zusammengenommen werden aus diesen Daten richtige Nutzerprofile, die den Unternehmen helfen, die entsprechende Werbung auf den Websites zu platzieren.

Nicht standardmässig vorinstalliert

Wer sich dadurch belästigt oder gar verfolgt fühlt, kann jetzt mit den neuesten Versionen der Browser Internet Explorer, Firefox oder Chrome dagegen vorgehen. Ob die in die Browser eingebauten Möglichkeiten tatsächlich helfen, wird sich aber erst noch zeigen müssen, denn zum Teil setzen sie auf die freiwillige Mitarbeit der Werbeindustrie. Und als Standard gibt es den Schutz nicht - er muss in allen Browsern extra aktiviert werden.

Der sogenannte Tracking-Schutz gehört den wichtigsten Neuerungen, die Microsoft selbst hervorhebt, in dem in der vergangenen Woche freigegebenen Release Candidate (RC) des Internet Explorers 9 (IE9). Aktiviert der Nutzer den «Tracking-Schutz», dann ruft das Programm sogenannte Tracking-Schutz-Listen ab. Allerdings hat der IE9 keine vorinstallierten Listen. Diese müssen vom Nutzer angelegt oder importiert werden.

Anderer Ansatz von Mozilla

Einen etwas anderen Weg gehen die Mozilla Stiftung mit ihrem Browser Firefox 4, der jetzt in einer weiteren Beta-Version vorgestellt wurde, und Google mit Chrome. Beide unterstützen sogenannte «Do not Track»-Tools, die auf die Zusammenarbeit mit der werbetreibenden Industrie setzen.

Das sind die Firmen, bei denen der Nutzer schon jetzt personalisierte Anzeigen ablehnen kann. Laut Google gehören aber die 15 grössten Werbe-Netzwerke, darunter die von AOL, Yahoo und Google selbst. Beim Firefox 4 ist der Tracking-Schutz integriert, Chrome-Nutzer müssen ein Plug-in installieren.

Datenschutzinitiative nicht ganz freiwillig

Beim Firefox 4 (ab Beta 11) wählt der Nutzer unter Extras zunächst die Option Einstellungen aus. Dann geht es weiter zu Erweitert, Allgemeines und dort zum Feld «Websites mitteilen, dass ich nicht verfolgt werden möchte». Hier macht man das Häkchen - denn wer möchte schon gerne verfolgt werden.

So ganz freiwillig ist diese Offensive in Sachen Schutz der Privatsphäre von Internetnutzern der Browser-Hersteler aber nicht. Die Unternehmen kommen damit wohl nur Schritten der US-Regierung zuvor. So hatte die US-Handelskommission im vergangenen Monat die Einrichtung eines solchen «Do Not Track»-Tools empfohlen. Und das US-Handelsministerium forderte Richtlinien für die werbetreibende Industrie, die diese dazu verpflichten würden, den Nutzer zu warnen, wenn Daten über ihn gesammelt werden. Die Konsumenten müssten dann auch die Möglichkeit haben, diese Daten-Erhebnung abzulehnen, hiess es. Das hat jetzt jeder selbst in der Hand.

dapd/rek

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