Zum Hauptinhalt springen

Chrome rostet nicht. Oder doch?

Der neue Browser Chrome ist noch keine zwei Tage alt, schon mehren sich Datenschutz- und Sicherheitsbedenken.

Je grösser, desto verdächtiger - Computer-Riesen haben ein Imageproblem. Diesbezüglich scheint Google Microsoft den Rang abzulaufen: Seit längerem wird Google wegen seiner Datenschnüffelei kritisiert. Auch beim neuen Google-Produkt fragen sich viele Nutzer, was der neue Browser alles speichert.

Das macht Google mit den Datenspuren

Also: Was macht Google mit den Datenspuren der Chrome-Surfer? Jeder in die Adressleiste eingegebene Buchstabe wird an die Google-Zentrale übermittelt – daraufhin macht Google Vorschläge, welche Webseite gemeint sein könnte. Theoretisch ist es dank dieser Einstellung möglich, dass Google die Spur seiner Nutzer im Internet verfolgen kann. Ebenfalls protokolliert Google, wenn jemand auf Chrome eine fehlerhafte Internet-Adresse eintippt.

Allerdings ist die Beta-Version (Testversion) von Chrome, die seit Dienstag Abend zur Verfügung steht, Open Source. Das heisst, jeder Tüftler kann den neuen Browser komplett analysieren. Allfällige Schnüfflersoftware würde wohl schnell entdeckt und den Nutzern kommuniziert.

Vorsicht vor der Teppich-Bombe

Laut dem Online-Portal der deutschen Zeitung «Die Welt» erzeugt Chrome ausserdem eine eindeutige Anwendungsnummer. Diese komme beispielsweise bei den Update-Prüfungen oder den Crash-Reports zum Einsatz. Hier kann es zu Datenschutzproblemem kommen. Peinlich auch: Wenige Stunden nach dem freigegeben Download von Chrome entdeckten Sicherheitsexperten eine Sicherheitslücke, eine neue Variante der sogenannten Teppich-Bombe. Diese hätte leicht vermieden werden können, da Apple dieses Problem bei ihrem Safari-Browser bereits eliminiert hatte. Die Chrome-Macher sahen geflissentlich darüber hinweg.

Einen zwiespältigen Eindruck macht bei den Experten auch die Funktion Incognito. Aktiviert man dieses Fenster, werden Surfaktivitäten nicht im Browser- oder Suchverlauf angezeigt und Cookies werden beim Schliessen der Seite gelöscht. Aber wenn Google von «anonymem Browsen» spricht, ist das nur die halbe Wahrheit: Völlig unerkannt kann man auch mit Chrome nicht Surfen, da man über seine IP-Adresse Datenspuren hinterlässt. Zudem lässt sich der Incognito-Modus nicht dauerhaft aktivieren - die Funktion muss jedes mal neu aktiviert werden, wenn der Browser geöffnet wird.

Auch Chrome kann abstürzen

Dass Google penetrant die Stabilität ihres Browsers hervorhebt, gereicht dem Konzern zum Nachteil. Obwohl alle Tabs in einem separaten Prozess laufen, die gegeneinander abgeschirmt sind, ist der Browser absturzgefährdet, wie viele Nutzer berichten - vor allem dann, wenn man lange Zeit mehrere Sites aufmacht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch