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Assange soll in Berlin ausspioniert worden sein

Der Wikileaks-Gründer Assange hat in Deutschland Strafanzeige erstattet: Bei einem Treffen des Chaos Computer Clubs habe ihn ein in Stuttgart stationierter Soldat ausspioniert.

Noch immer in der Ecuadorianischen Botschaft: Wikileaks-Gründer Julian Assange.
Noch immer in der Ecuadorianischen Botschaft: Wikileaks-Gründer Julian Assange.
Keystone

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» Strafanzeige bei der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe erstattet. Sie gründet den Angaben zufolge auf dem Verdacht, dass ein Angehöriger der US-Streitkräfte in Deutschland im Jahr 2009 illegal auf deutschem Hoheitsgebiet geheimdienstlich tätig war:

Der Ex-Soldat, der von 2006 bis 2010 in Stuttgart stationiert war, soll in Deutschland in militärische Nachrichtendiensttätigkeiten eingebunden gewesen sein. So soll er Assange anlässlich eines Kongresses des «Chaos Computer Club» 2009 in Berlin ausspioniert haben.

Das sei nach dem deutschen Strafgesetz verboten, argumentiert Assange den Angaben zufolge. Der Einsatz des ehemaligen Soldaten soll öffentlich geworden sein, nachdem er im Juni dieses Jahres als Zeuge im Prozess gegen den Whistleblower Bradley Manning vor einem US-Militärgericht auftrat. Manning wurde später zu 35 Jahren Haft verurteilt, weil er Wikileaks rund 800'000 Geheimdokumente übergeben hatte.

Angst vor der Auslieferung

Nach Darstellung der «SZ» soll Assange in seiner Strafanzeige den Bundesanwälten angeboten haben, sich per Video zu dem Vorgang vernehmen zu lassen. Er lebt derzeit in der Londoner Botschaft Ecuadors. Dorthin war er im Juni 2012 geflüchtet war, um nicht an Schweden ausgeliefert zu werden, wo ihm Sexualdelikte zur Last gelegt werden. Der Australier bestreitet die Vorwürfe und nennt sie politisch motiviert.

Assange fürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden. Dort droht ihm lebenslange Haft wegen Geheimnisverrats, da Wikileaks im Internet hunderttausende vertrauliche US-Diplomatendepeschen und brisante militärische Geheimdokumente zu den Kriegseinsätzen im Irak und Afghanistan veröffentlichte.

AFP/wid

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