Apple und die Farbe der Unschuld

Der Computerkonzern hat Vorwürfe zurückgewiesen, er speichere auf seinen Geräten Bewegungsprofile der Nutzer. Fast zeitgleich mit der Stellungnahme wurde die Lancierung eines weissen iPhones 4 bekannt gegeben.

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«Apple spürt nicht den Aufenthaltsort Ihres iPhones auf», erklärte der kalifornische Konzern am Mittwoch. «Apple hat das nie getan und hatte nie vor, so etwas zu tun.» Allerdings gestand Apple Probleme beim Betriebssystem seiner iPhones und iPads ein. Ein Softwarefehler sei dafür verantwortlich, dass die Geräte so viele Daten über einen so langen Zeitraum speicherten. Den Fehler werde der Konzern «in Kürze» beheben.

Die Geräte protokollierten den Aufenthaltsort der Nutzer nicht. Sie enthielten lediglich einen Datenspeicher über nahe gelegene Zugangspunkte für drahtloses Internet und über Mobilfunkmasten in der Nähe. Entsprechend speicherten die Geräte diese Orte, nicht aber den eigentlich Aufenthaltsort von iPhone oder iPad. Die festgehaltenen Orte könnten «mehr als hundert Meilen entfernt vom iPhone liegen». Diese Daten würden anonym und verschlüsselt an Apple gesendet.

Speicherung noch sieben Tage

In Kürze solle es eine Gratis-Aktualisierung des umstrittenen Betriebssystems iOS geben, erklärte das Unternehmen. Statt mehr als ein Jahr sollten die Daten dann nur noch sieben Tage lang gespeichert bleiben.

Zum ersten Mal äusserte sich der Computerkonzern damit zu den Vorwürfen, sein iPhone 3G sowie das iPad 3G speicherten regelmässig die Standorte ihrer Nutzer. Diese Erkenntnis hatten britische Informatiker in der vergangenen Woche auf einer Konferenz in San Francisco vorgestellt.

Weisses iPhone als Zwischenlösung

Fast zeitgleich mit seiner Stellungnahme zu den Vorwürfen kündigte Apple an, sein neues iPhone 4 komme noch in dieser Woche in die Läden. In 28 Ländern weltweit werde das Gerät ab Donnerstag erhältlich sein. Warum der Konzern mit seinem neuen iPhone damit allerdings zehn Monate später als ursprünglich geplant aufwartet, erklärte Apple auch diesmal nicht. Im Juni vergangenen Jahres hatte das Unternehmen einen Tag vor dem geplanten Termin den Verkaufsstart abgesagt. Als Grund hatte der Konzern Produktionsprobleme genannt, die er nie weiter erläuterte.

rek/AFP

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