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Apple spricht von einem Softwarefehler

Eine Woche nach Berichten über die Speicherung von Ortsdaten auf iPhone und iPad hat der Hersteller Apple den Stopp dieser Praxis angekündigt. Es sei alles nur ein Missverständnis.

Wie Apple mitteilt, speichern die mobilen Geräte nicht die tatsächlichen Aufenthaltsdaten, sondern Ortsdaten von Mobilfunkzellen und WLAN-Netzen aus der jeweiligen Umgebung des Nutzers.

Zweck sei die rasche Ermittlung von Ortsangaben für Informationsdienste des Smartphones und des Tablet-Computers von Apple.

Die dauerhafte Speicherung dieser Daten sei ein Softwarefehler, erklärte der Computerkonzern und kündigte an, dass dieser in den nächsten Wochen mit einem Update des Handy-Betriebssystems behoben werde. «Wir denken nicht, dass das iPhone diese Daten für mehr als sieben Tage speichern sollte», hiess es in einer Mitteilung.

Apple: Spionieren nicht

Der für seine restriktive Kommunikationspraxis bekannte Konzern räumte angesichts drohender Sammelklagen in den USA ein, dass seine Mobiltelefone sehr wohl Daten über den Standort erfassen und auch unverschlüsselt auf das zugehörige Computersystem iTunes übertragen.

Zugleich bestritt das Unternehmen aber, die Daten seiner Kunden auszuspähen. «Apple verfolgt nicht die Standorte Ihres iPhones», hiess es in einer Mitteilung. «Apple hat das nie getan und hat keine Pläne, das je zu tun.»

Lokalisierungsdaten sind heikel

Der nach Börsenwert grösste Hardwarehersteller der Welt war bei Datenschützern verschiedener Länder in die Kritik geraten, nachdem das «Wall Street Journal» berichtet hatte, seine Apparate würden Ortsdaten auch dann aufzeichnen, wenn der Nutzer diese Funktion explizit abschaltet.

Aus Sicht des eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Hanspeter Thür sind Lokalisierungsdaten heikel, weil sich aus ihnen Bewegungsprofile von Nutzern erstellen lassen. Er verlangte darum Auskunft bei dem Unternehmen. Daran ändert der Schritt von Apple nichts, wie Frances Meier, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Thür auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Auch Google im Visier

Nach Medienberichten erfassen iPhones und iPads mit dem Betriebssystem iOS 4 bis zu hundert Mal pro Tag den Standort. Die Lokalisierungen könnten bis auf 50 Meter genau sein. Erfasst würden die Bewegungsdaten von bis zu zwölf Monaten.

Einem Medienbericht zufolge wird auch Google mit dieser Praxis in Verbindung gebracht. Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» senden Handys mit dem Google-Betriebssystem Android Ortsdaten zurück zu den Unternehmen. Apple und Google wurden in den USA zu einer Anhörung in einem Senatsausschuss geladen. Diese sei am 10. Mai angesetzt, sagte der Ausschussvorsitzende, Senator Al Franken.

sda/dapd/ah/bru

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