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Anonymous veröffentlicht FBI-Gespräch

Die Hackergruppe stellte ein Gespräch zwischen Beamten des FBI und Scotland Yard ins Netz. Auch die Namen von 44 Ermittlern veröffentlichte das Kollektiv.

Die Hacker wählten sich einfach ein: Screenshot des Youtube-Videos zum veröffentlichten Gespräch.
Die Hacker wählten sich einfach ein: Screenshot des Youtube-Videos zum veröffentlichten Gespräch.

Die Hackergruppe Anonymous hat den Mitschnitt einer Telefonkonferenz zwischen der US-Bundespolizei FBI und Grossbritanniens Scotland Yard ins Internet gestellt.

Das FBI bestätigte heute die Echtheit des Gesprächs, in dem sich die Beamten unter anderem über ein Vorgehen gegen Anonymous und andere Hackergruppen austauschen. Die fast 17-minütige Aufnahme wurde auf dem Videoportal Youtube und anderen Internetseiten veröffentlicht.

Das Gespräch soll am 17. Januar aufgenommen worden sein. Anonymus hatte bei der veröffentlichten Version einige Namen mit Piepsern überlagert.

Laut Spiegel online sind diese Vorgänge an einem Freitag kein Zufall: Diesen Wochentag rufen Anonymous-Mitglieder zum Fuck FBI Friday aus. Die laut Spiegel online häufig eher zufällig gefundenen Daten werden dabei im Internet veröffentlicht.

Gespräch über Cleary und Davis

Das FBI erklärte, die Information sei vertraulich an den Agenten gegangen und sei illegal in die Hände der Hacker gelangt. In dem Gespräch ging es um geplante Massnahmen gegen Ryan Cleary und Jake Davis, zwei Aktivisten, die Anonymous zugerechnet werden.

Internet-Sicherheitsspezialist Graham Cluley sagte, das FBI dürfte entsetzt darüber sein, dass Hacker Gespräche abhören können, in denen es um die Bekämpfung genau ihrer Aktivitäten ginge. Das FBI kündigte Ermittlungen gegen die Verantwortlichen an.

Anonymous erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass sich das FBI sicher frage, «wie wir in der Lage sind, seit nun schon einiger Zeit ihre interne Kommunikation zu lesen». Dem FBI zufolge sind die Hacker allerdings nicht in das gesicherte Computernetzwerk der Behörde eingedrungen.

Namen von Ermittlern veröffentlicht

Zudem stellten die Anonymous-Anhänger eine E-Mail ins Internet, in der die Telefonnummer für die Konferenz und eine Pin-Nummer enthalten ist. Wahrscheinlich ist, dass sich die Hacker damit einfach in die Konferenz eingewählt haben.

Mit der E-Mail wurden auch die Namen und E-Mailadressen von 44 Ermittlern in den USA, Schweden, Frankreich, Irland und Grossbritannien veröffentlicht, die offenbar zu Anonymous ermitteln.

Anonymous ist eine lose verbundene Gruppe von Hackern, die sich in den vergangenen Jahren zu einer Reihe von Cyberattacken bekannt haben. Nach eigener Darstellung wollen sie damit für Freiheit im Internet eintreten.

Im Januar legte die Gruppe kurzzeitig die Webseiten des FBI und des US-Justizministeriums lahm, um gegen die Schliessung des Online-Speicherdienstes Megaupload zu protestieren. Ende 2010 attackierte das Kollektiv unter anderem die Seiten des Kreditkartenunternehmens Visa und des Online-Bezahldienstes Paypal, weil diese keine Spenden mehr an die Enthüllungsplattform Wikileaks weiterleiteten.

Griechische Ministeriumswebsite besetzt

Unterdessen platzierte Anonymous heute für mehr als zwei Stunden ein Video auf der Internetpräsenz des griechischen Justizministeriums.

Darin ist ein Mensch mit einer Guy-Fawkes-Maske - dem Symbol der Occupy- und Hackerbewegung - zu sehen, der die griechische Regierung beschuldigt, gegen die Interessen des griechischen Volks mit dem Internationalen Währungsfonds, der EU und den Geschäftsbanken zu paktieren.

Ausserdem forderte er die griechische Regierung auf, das umstrittene Urheberschutzabkommen Acta nicht zu ratifizieren, weil das Abkommen das Internet nach den Worten der Hacker mit Zensur bedroht. Das Justizministerium nahm ihre Seite vom Netz.

Kein Zufall

Anonymous hat sich zudem zu einem Angriff auf die Webseite der Polizei von Boston bekannt. Die Homepage sei aus «Vergeltung für Polizeibrutalität bei OWS» gehackt worden, hiess es heute in einer Nachricht von Anonymous offenbar im Bezug auf die Occupy-Wall-Street-Proteste.

AFP/dapd/kle

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