Tipps für mehr Privatsphäre in Facebook

Der grössten Socialmedia-Site der Welt droht nach den jüngsten Änderungen eine Löschwelle - die Nutzer haben genug davon, dass die Betreiber mehr als salopp mit privaten Daten umgehen.

Dürfen das wirklich alle sehen? Was man ins Facebook stellt, ist oft für mehr als nur die eigenen Freunde sichtbar.

Dürfen das wirklich alle sehen? Was man ins Facebook stellt, ist oft für mehr als nur die eigenen Freunde sichtbar.

(Bild: Reuters)

Seit kurzem arbeitet Facebook mit externen Partnern zusammen, die ihre Websites anhand von Facebook-Daten personalisieren. Das stossende an dieser «umgehenden Personalisierung» ist, dass sie von Facebook für US-Nutzer ohne ihre Zustimmung eingeschaltet wurde.

Noch schlimmer: selbst, wenn man im eigenen Facebook-Profil die betreffende Option ausschaltet hat, werden die eigenen Daten immer noch an die Partner-Websites weitergegeben – es reicht, dass einer der eigenen Facebook-Freunde dort teilnimmt, schon hängt man mit drin. Will man das verhindern, müsste man dies auf jeder der Partnersites separat deaktivieren. Noch gibt es davon erst drei (Microsoft Docs.com, Pandora und Yelp), doch kann man sich leicht ausmalen, wie aufwendig dies künftig werden könnte, wenn Facebook weitere Partner dazugewinnt.

In der Schweiz ist das Programm zur «umgehenden Personalisierung» zwar vorhanden, aber vorerst nicht automatisch eingeschaltet. Da es erst drei Partner-Sites in den USA gibt, macht dies wohl hierzulande zu wenig Sinn.

Diese jüngste Brüskierung der Nutzer hat in den USA hohe Wellen geworfen und ungewöhnlich heftige Proteste ausgelöst. Viele Nutzer haben mittlerweile genug und wollen ihr Facebook-Profil löschen: «How to delete your Facebook-Account» ist derzeit eine der häufigsten Suchanfragen bei Google.

Wer nicht gleich ganz so weit gehen möchte, dem helfen die folgenden Tipps, sein Facebook-Profil etwas privater zu gestalten: 

Acht Schritte für eine bessere Privatsphäre in Facebook Facebook-Nutzer teilen gerne ihre Gedanken und Interessen mit anderen. Darin besteht der Spass von Facebook. Was die meisten Nutzer allerdings vergessen – oder verdrängen – ist die Tatsache, dass vieles davon, was man mit seinen Facebook-Freunden teilt, eben nicht exklusiv diesem Freundeskreis vorbehalten bleibt.

Leider erschlägt Facebook seine Nutzer mit einer nur kaum überblickbaren, schwer durchschaubaren, abschreckenden Vielzahl von verschachtelten Einstellungen. Es lohnt sich aber, wenigstens die wichtigsten davon zu bearbeiten:

1. Wer meine Kontaktinformationen sehen darf Bei den Kontaktinformationen reicht eigentlich eine aktuelle E-Mail-Adresse, alles andere wie Telefonnummer und Wohnadresse kann man getrost auch aus Facebook weglassen – was nicht drin steht, kann auch nicht weitergegeben werden. Wer die Kontaktinfos sehen darf, wird hier eingestellt: Konto > Privatsphäre Einstellungen > Persönliche Informationen und Beiträge. Tipp: überall auf «Nur Freunde» schalten.

2. Wer meine Fotos sehen darf Für jedes Fotoalbum lässt sich bestimmen, wer die Bilder sehen kann. Wenn man nichts einstellt, sind die Bilder für alle Facebook-Nutzer sichtbar. Einstellung unter: Konto > Privatsphäre Einstellungen > Persönliche Informationen und Beiträge > Fotoalben. Tipp: Auf «Nur Freunde» oder «Freunde von Freunden» schalten.

3. Wer Fotos sehen kann, auf denen ich markiert wurde Wird man von jemandem auf einem Foto markiert, dann wird dies automatisch allen Freunden mitgeteilt. Das kann unter Umständen auch peinlich sein – wer das vermeiden möchte, stellt unter Konto > Privatsphäre Einstellungen > Freunde, Markierungen und Verbindungen beim Punkt «Fotos und Videos von mir» «Freunde» ein. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann unter «Benutzerdefiniert» die Option «Nur ich» auswählen.

4. Den Beziehungsstatus ausblenden Ob man gerade Single oder vergeben ist, muss in der Regel nicht die ganze Welt wissen, insbesondere kann es unangenehm sein, wenn dieser Zustand gerade wechselt. Wem man seinen Beziehungsstatus mitteilt, stellt man ebenfalls unter Konto > Privatsphäre Einstellungen > Freunde, Markierungen und Verbindungen ein. Oder man löscht seinen Beziehungsstatus ganz unter Profil > Info > Über mich > Bearbeiten > Beziehungen.

5. Ob Google mein Facbook-Profil findet und anzeigt Wer sein Facebook-Profil lieber nicht von Google & Co. als Suchresultat anzeigen lassen möchte, sollte die Option «Öffentliche Suchergebnisse» deaktivieren, und zwar hier: Konto > Privatsphäre Einstellungen > Suche. Es gibt leider auch immer wieder Berichte, dass Google trotzdem noch etwas anzeigt (in unserem Selbsttest hat es jedoch funktioniert).

6. Wer mich innerhalb von Facebook finden kann Wer bei Facebook dabei sein möchte, aber dennoch nicht von jedem und jeder gefunden werden will, kann dies hier einstellen: Konto > Privatsphäre Einstellungen > Suche. Tipp: «Freunde von Freunden» auswählen.

7. Was meine Freunde über mich weitergeben können Viele Anwendungen und Spiele auf Facebook horten Informationen über Anwender und deren Freunde. So können Freunde Infos über einem weitergeben, ohne dass sie sich dessen gross bewusst sind. Wer dies unterbinden möchte, kann unter folgender Einstellung alles deaktivieren: Konto > Privatsphäre Einstellungen > Anwendungen und Webseiten > Was deine Freunde über dich mit anderen teilen können.

8. Games & Co. ausschalten Generell sollte man bei Anwendungen zurückhaltend sein und von Zeit zu Zeit nicht mehr verwendete Spiele & Co. wieder ausschalten. Dies kann man hier machen: Konto > Anwendungseinstellungen. Um alle Anwendungen zu sehen, denen man je Zugriff auf sein Facebook-Profil erlaubt hat, rechts oben «Autorisiert» auswählen.

baz.ch/Newsnet

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