Pril! Pril!

Der Abwaschmittel-Konzern Henkel ist mit einer Marketingkampagne auf Facebook grandios gescheitert: Teilnehmer, die eine neue Pril-Flasche designen sollten, laufen mittlerweile gegen das Milliardenunternehmen Sturm.

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Reto Knobel@RetoRek

Das haben sich die Marketingverantwortlichen von Henkel sicher anders vorgestellt: Der Abwaschmittel- und Kosmetikhersteller (Persil, Pril, Fa Somat, Taft) muss für eine völlig misslungene Kampagne Lehrgeld bezahlen.

Die Firma, welche für die Flasche des Spülmittels Pril ein neues Design sucht, startete im Internet einen Wettbewerb. Jeder Teilnehmer konnte ohne Einschränkungen ein eigenes Flaschendesign entwerfen und auf Facebook publizieren. Das Echo war gewaltig: 50'000 Frauen und Männer lieferten Arbeiten ab. Diese wurden von der Facebook-Gemeinschaft bewertet.

«Schmeckt lecker nach Hähnchen»

Unter den Vorschlägen befinden sich – wie kann es anders sein – skurrile Vorschläge wie etwa Poulet- («Schmeckt lecker nach Hähnchen») und Bratwurstversionen. Der Konzern sah sich daraufhin veranlasst, mitten im Wettbewerb die Spielregeln zu ändern: Die eingereichten Designs wurden nicht mehr sofort publiziert, sondern vorgängig geprüft, Votings, die laut Henkel gefälscht waren, wurden gelöscht und einigen Teilnehmern wurden Stimmen abgezogen.

Die Community hatte für dieses Vorgehen überhaupt kein Verständnis. Die Kampagne verkehrte sich für den Konzern ins Gegenteil: Anstatt bei der jungen Facebook-Generation zu punkten, wurde der Konzern auf Facebook.com/pril mit wüsten Beschimpfungen eingedeckt (siehe Bildstrecke oben).

Die Antwort des Unternehmens

Auf eine Anfrage von baz.ch/Newsnet hat Henkel wie folgt geantwortet: «Der Design-Wettbewerb ist bewusst offen ausgelegt. Die Designs wurden gesichtet, bevor sie online gegangen sind. Bewusst haben wir aber hinsichtlich der kreativen Gestaltung keine Grenzen gesetzt. Lediglich Designs mit anstössigen, ethisch oder moralisch nicht vertretbaren Inhalten wurden von der Teilnahme ausgeschlossen». Dies sei in den Teilnahmebedingungen offen kommuniziert worden.

Leider habe das Unternehmen während der Voting-Phase feststellen müssen, «dass das Voting einiger Designs in unzulässiger Weise beeinflusst wurde. Da wir die ehrlichen Teilnehmer nicht benachteiligen wollen, haben wir die unzulässigen Votes abgezogen, wie es während des Wettbewerbs auch angekündigt wurde».

baz.ch/Newsnet

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