Die Feinde des Internets

World Wide Web? Nicht ganz: Jeder dritte Surfer hat nur beschränkt Zugang zum Internet. «Reporter ohne Grenzen» zeigt in einem Bericht auf, welche Staaten das Netz wie stark zensieren.

In Ländern in dunkelvioletter Farbe werden das Netz massiv gefiltert und Websites gesperrt sowie kritische Internetnutzer systematisch verfolgt. Die Länder in heller Farbe stehen «unter Beobachtung» - darunter unser Nachbarland Frankreich.

In Ländern in dunkelvioletter Farbe werden das Netz massiv gefiltert und Websites gesperrt sowie kritische Internetnutzer systematisch verfolgt. Die Länder in heller Farbe stehen «unter Beobachtung» - darunter unser Nachbarland Frankreich.

(Bild: Reporter-ohne-grenzen.de)

Gemäss einem Bericht der Organisation «Reporter ohne Grenzen» (ROG) werden in zehn Staaten Surfer systematisch überwacht und Blogger verfolgt. Es handelt sich dabei um die Länder Burma, China, Kuba, Iran, Nordkorea, Saudiarabien, Syrien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam.

Ägypten und Tunesien nur noch «unter Beobachtung»

In dem Papier heisst es, dass «die Regierungen dieser Länder das Netz massiv filtern und Websites sperren, kritische Internetnutzer systematisch verfolgen und das Internet für propagandistische Zwecke instrumentalisieren».

Das Ausmass der Einschränkungen ist in diesen Regionen so gross, dass ROG diesen Staaten die zweifelhafte Ehre der Klassifikation «Feinde des Internets» zukommen lässt. Ägypten und Tunesien gehören nach dem Sturz der Regimes nicht mehr in diese Klasse, stehen aber «unter Beobachtung».

Genauso wie viele andere Länder: «In etwa 60 Staaten», so ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard, «zensieren die Regierungen das Internet und verfolgen Internetnutzer.» Mindestens 119 Blogger und Online-Aktivisten würden derzeit gefangen gehalten, nur weil sie im Internet ihre Meinung geäussert hätten.

16 Staaten stehen laut ROG derzeit «unter Beobachtung», darunter das EU-Land Frankreich, wo die Nationalversammlung vor wenigen Wochen ein restriktives Online-Gesetzespaket verabschiedet hat.

Ein Lichtblick

Das Jahr 2010 habe aber auch «hoffnungsvolle Entwicklungen» zu Tage gefördert: Online-Plattformen, Mikro-Blogging-Dienste sowie soziale Netzwerkseiten hätten sich als «Instrumente des Protestes, politischer Kampagnen und der Verbreitung unabhängiger Informationen etabliert».

rek

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