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Verhagelter Start für High Sierra

Das seit gestern erhältliche neue Mac-Betriebssystem hat Sicherheits- und Kompatibilitätsprobleme.

Apples Softwarechef Craig Federighi stellte das neue Betriebssystem anfangs Juni in San Jose vor.
Apples Softwarechef Craig Federighi stellte das neue Betriebssystem anfangs Juni in San Jose vor.
Marcio Jose Sanchez, Keystone

«Meister, ich bin fertig mit der Arbeit. Soll ich sie gleich reparieren?» Dieser alte Handwerkerwitz lässt sich leicht auf die Softwarewelt übertragen. Vorgestern hat Apple High Sierra zum kostenlosen Download freigegeben. Das ist das neueste Betriebssystem für Macs mit der Versionsnummer 10.13.

Doch just zum Start ist eine Sicherheitslücke bekannt geworden, die auch schon ein Update notwendig macht. Patrick Wardle, der früher für die NSA gearbeitet hat und für ein Sicherheitsunternehmen forscht, ist auf eine Möglichkeit gestossen, mit der sich Pass­wörter stehlen lassen. Ein Programm demonstriert, wie der Zugriff auf den Passwortspeicher von Mac OS, den «Schlüsselbund», stattfindet, ohne dass der Angreifer das Master-Passwort kennen muss.

Wie Passwortdiebe vorgehen

Gegenüber www.zdnet.com sagte Apple, bei einem sicher konfigurierten Mac würde ein diebisches Programm durch die Gatekeeper-Funktion gestoppt. Diese blockiert standardmässig Softwareprodukte, die nicht aus dem App-Store stammen, respektive nicht signiert sind. Wardle weist aber darauf hin, dass der Schadcode in einer legitimen App versteckt werden könnte.

Das ist nicht unrealistisch: Im Sommer 2016 war das beliebte Programm Transmission von Hackern zum Stehlen von Passwörtern verwendet worden. Das kompromittierte Update war als normales Update ausgeliefert worden.

Zuwarten!

Sicherheitsbewusste Anwender sollten daher mit dem Update zuwarten, bis die Lücke gestopft ist. Auch die Nutzer bestimmter Programme tun gut daran, nicht gleich auf High Sierra umzusteigen. Adobe weist auf ein Problem mit dem Zeichenprogramm Illustrator hin, und Wacom erklärt, dass die Treiber für die Grafiktablets nicht systemkompatibel sind. Schliesslich könnten Audioprogramme von Steinberg den Dienst verweigern, warnt der Hersteller.

Wären nicht diese Startschwierig­keiten, könnte man High Sierra als gelungenes Update bezeichnen. Es gibt viele Verfeinerungen, die den Mac-Alltag erleichtern. Wir stellen sie im Video vor. Die Beschreibung in Textform finden Sie hier.

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