Zum Hauptinhalt springen

Neue Office-Alternative gestartet

Nutzer können eine weitere kostenlose Bürosoftware herunterladen: Libre Office entstand nach einem Streit bei Open Office.

Freie Auswahl: Libre Office ist wie Open Office Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationstool in einem.
Freie Auswahl: Libre Office ist wie Open Office Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationstool in einem.

Eine grosse Auswahl gilt eigentlich immer als etwas Gutes. Ob das auch auf die jetzt erschienenen Versionen der Bürosoftware zutrifft, die bis vor kurzem nur unter dem Namen Open Office bekannt war, muss sich noch zeigen. Bei den Nutzern dürfte das aber zunächst nur für einige Verwirrung sorgen. Nachdem der IT-Konzern Oracle Mitte Dezember das kostenpflichtige Oracle Open Office in der Version 3.3 und das neue Cloud Office 1.0 vorgestellt hatte, folgten in der vergangenen Woche Open Office.org 3.3 und Libre Office 3.3.

Privatanwender, die bislang Openoffice.org als gute kostenlose Alternative zu Office von Microsoft genutzt haben, brauchen sich von dem ganzen Namens-Wirrwarr eigentlich nicht irritieren zu lassen. Openoffice.org ist weiter kostenlos und bietet in der neuen Version einige interessante Verbesserungen, wie Peter Junge, der amtierende Pressesprecher von Openoffice.org, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DAPD erklärt.

Einige Neuerungen in Version 3.3

So unterstützt die Tabellenkalkulation nun mehr als eine Million Zeilen, was die Kompatibilität mit Excel verbessert. Überarbeitet wurde auch der Präsentationsbereich, der übersichtlicher geworden und besser zu bedienen sei. Openoffice.org sei auch schneller geworden, sagt Junge. Zudem seien einige Sicherheits-Fixes vorgenommen worden.

Open Office werde genau so weitergeführt wie bisher, betont Junge. Es seien immer noch die gleichen Entwickler wie früher daran beteiligt, als Openoffice.org noch von Sun Microsystems unterstützt wurde. Ein Zeichen für die Kontinuität sei auch, dass es gelungen sei, einen Stand von Openoffice.org auf der Cebit zu organisieren.

Seit der Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle, die Anfang 2010 vollzogen wurde, lag die Federführung bei der Entwicklung der freien Bürosoftware bei dem Konzern aus Kalifornien. Unterschiedliche Auffassungen zwischen Oracle und der grossen Community freiwilliger Unterstützer, wie es mit dem Projekt weitergehen sollte, führten dann im September 2010 praktisch zur Spaltung: neben Open Office entstand Libre Office.

Das ist eine Entwicklung, wie sie bei Open Source Software nicht ungewöhnlich ist. Da der Programmcode frei zugänglich ist, kann jeder ihn nach eigenem Geschmack weiterführen. Genau das haben die Entwickler von Libre Office getan.

Rückhalt durch im Open-Source-Bereich tätige Firmen

Von der Community von Openoffice.org in Deutschland hätten sich rund 80 Prozent dem neuen Projekt Libre Office angeschlossen, sagt Junge. Libre Office nutzt nun den bisherigen Programmcode von Openoffice.org und will ihn eigenständig weiterentwickeln. So ganz alleine und ohne Rückhalt ist die Community dabei nicht, im Open-Source-Bereich tätige Firmen wie Novell, Red Hat, Canonical und Google unterstützten das Vorhaben, wie es auf der Website des Projekts heisst. Libre Office ist schon jetzt bei einigen Linux-Distributionen Standard.

Was das kostenpflichtige Oracle Open Office von Openoffice.org und auch Libre Office unterscheidet, sind vor allem die integrierten Erweiterungen, eine grössere Auswahl an Vorlagen und Cliparts und der Support durch Oracle. Zielgruppe sind ganz klar Firmenkunden.

Der Nutzer, der kein Geld für Bürosoftware ausgeben möchte, hat derzeit aber die Wahl zwischen zwei kostenlosen Programmen, die auf Openoffice.org basieren und die sich noch ziemlich ähnlich sind. Im Laufe der Zeit wird sich das aber wohl ändern. Wie sich beide Pakete in Zukunft entwickeln, ist noch nicht ganz klar. Bleibt nur zu hoffen, dass von dem Wirrwarr nicht nur die dubiosen Websites profitieren, die versuchen, mit Abofallen für eigentlich kostenlose Programme Geld zu verdienen.

dapd

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch