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Er brachte den Computer ins Wohnzimmer

Computerpionier Jack Tramiel ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Sein Commodore 64 prägte eine ganze Generation.

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Jack Tramiel starb am 8. April im Alter von 83 Jahren, meldet Forbes.com unter Berufung auf seine Familie. Er gründete 1954 die Commodore Business Machines International (CBM). Das Unternehmen konzentrierte sich zunächst auf den Import von Schreib- und anderen Büromaschinen aus Europa. Acht Jahre später brachte er Commodore an die Börse.

Den grössten Erfolg feierte die Firma mit dem Commodore 64, der 1982 an der CES in Las Vegas vorgestellt wurde. Der Heimcomputer verkaufte sich bis 1994 je nach Quelle 12 bis 17 Millionen Mal und prägte eine ganze Generation.

Ins KZ verschleppt

Jack Tramiel hiess eigentlich Idek Tramielski und wurde am 13. Dezember 1928 in der polnischen Stadt ?ód? geboren. Als Jude wurde er 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz und später in das KZ-Aussenlager Hannover-Ahlem verschleppt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wanderte er 1947 in die USA aus, wo er der US-Armee beitrat. 1953 wurde er amerikanischer Staatsbürger und eröffnete im New Yorker Stadtteil Bronx ein Reparaturgeschäft für Schreibmaschinen. Die Firma hiess Commodore Portable Typewriter und wurde nach dem Umzug nach Kanada in Commodore Business Machines umbenannt.

Chip-Hersteller gekauft

Das Unternehmen entwickelte sich in den folgenden Jahren vom Schreibmaschinenhersteller zur Computerfirma. Ende der 1960er-Jahre entwickelte man zunächst elektronische Taschenrechner. Die Chips dazu lieferte Texas Instruments. Später begann der Zulieferer selber mit der Produktion der Taschenrechner und bot sie zu einem Preis an, bei dem Commodore nicht mithalten konnte.

Ein Schlüsselereignis für den späteren Erfolg als Computerunternehmen war die Übernahme des Chip-Herstellers MOS Technology. Tramiel hatte seine Lektion aus der Geschichte von Texas Instruments gelernt und war nicht mehr abhängig von Zulieferern. 1977 brachte man mit dem Personal Electronic Transactor (PET) den ersten Computer auf den Markt. 1982 erschien der C64, zwei Jahre später machte man bereits eine Milliarde Dollar Gewinn. Wegen seines Führungsstils kam es jedoch vermehrt zu Spannungen zwischen Tramiel und dem Commodore-Vorstand. 1984 musste er die Firma verlassen.

Tramiel kaufte danach mit seiner neu gegründeten Firma das angeschlagene Videospielunternehmen Atari Inc. Unter seiner Führung schickte man den Atari ST auf den Markt, der wie Commodores Amiga über eine grafische Benutzeroberfläche verfügte. Mit seiner eingebauten Midi-Schnittstelle war der Computer auch für Musiker interessant. Atari liess später die Spielkonsolen Lynx und Jaguar vom Band, die allerdings kommerziell floppten.

1996 verkaufte Tramiel Atari, zog sich in den Ruhestand zurück und lebte in Monte Sereno (Kalifornien).

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