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Ein hartes Schicksal

Surface wird nicht die letzte Hardware aus dem Hause Microsoft gewesen sein: Der Windows-Konzern soll auch an einer internetfähigen Uhr sowie an einer iPad-mini-Alternative arbeiten. Risiken, die sich lohnen müssen.

Das Surface (links) ist breiter, dafür weniger hoch als das iPad.
Das Surface (links) ist breiter, dafür weniger hoch als das iPad.
Matthias Schüssler
Tablets im Grössenvergleich: Links das Nexus 7 von Google, in der Mitte Microsofts Surface, rechts das iPad 3.
Tablets im Grössenvergleich: Links das Nexus 7 von Google, in der Mitte Microsofts Surface, rechts das iPad 3.
Matthias Schüssler
Ballmer ist also gefordert.
Ballmer ist also gefordert.
Timothy A. Clary, AFP
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Es ist nicht so, dass Microsoft nie zuvor Hardware gefertigt hätte: Da gab es etwa den MP3-Player Zune aus dem Jahr 2006. Oder die Smartphones Kin One und Kin Two, vor drei Jahren lanciert. Wenn Sie noch nie von diesen Geräten gehört haben, zeugt das weniger von einem mangelnden Techwissen Ihrerseits denn von Microsofts kapitalem Unvermögen, im Mobile-Geschäft Fuss zu fassen: Sowohl Zune als auch Kin floppten grandios.

Mit der Produktion des 2012 verkauften Tablets Surface schien der Windows-Konzern alles richtig gemacht zu haben: Das Gerät stiess bei der Lancierung auf zum Teil begeisternde bis gute Kritiken und sollte das weltgrösste Softwareunternehmen in die Hardware-Zukunft katapultieren.

«Wir lernen dazu»

Microsoft gibt nicht bekannt, wie viele Tablets an den Mann und die Frau gebracht wurden, laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, welche sich auf gut informierte Quellen beruft, sollen es 1,5 Millionen Geräte (Surface Pro: 400'00, Surface RT: 1,1 Millionen) sein.

Im Vergleich zum übermächtigen iPad-Hersteller Apple, der allein von Oktober bis Dezember 2012 fast 23 Millionen Tablets abgesetzt hat, ist das eine mickrige Ausbeute an der Verkaufsfront. Kevin Turner, dritthöchster Manager im Windows-Konzern, entschuldigte sich denn auch schon im März vorsichtshalber gegenüber dem «Handelsblatt»: «Es ist für uns ein komplett neues Geschäft. Wir lernen dazu.»

Microsoft-Brand auch für Smartphones?

Das tut Microsoft offenbar schnell: Glaubt man amerikanischen Medienberichten, ist Steve Ballmer derzeit voll auf neue Hardware fokussiert. So berichtet das «Wall Street Journal» von der Fertigung eines 7-Zoll-Windows-Tablets, welches als Nexus-7- und iPad-mini-Alternative in den nächsten Monaten erhältlich sein soll. Um einiges kleiner präsentiert sich das andere physische Projekt, über welches das gleiche Blatt am Wochenende schrieb: die Windows-Smartwatch, also eine internetfähige Uhr. Allerdings sei es hier noch zu früh, um konkrete Angaben liefern zu können.

An der neuen Produktgattung arbeitet somit die gesamte Spitze der amerikanischen IT-Dominatoren – bereits zuvor waren Informationen durchgesickert, wonach Apple und Samsung Multimedia-Armbanduhren produzieren (Redaktion Tamedia berichtete). Hartnäckig halten sich schliesslich Spekulationen, wonach Microsoft Smartphones mit eigenem Branding (und nicht nur mit eigenem Betriebssystem) herstellen wolle.

Natürlich sind diese Engagements, so sie denn reale Formen annehmen, nicht frei von Risiken. Anderseits muss der in der Vergangenheit mehr als träger Milliardenkonzern denn als Trendsetter aufgefallene Konzern einen Schritt nach vorne machen – und dieser muss geradewegs in die Hardware-Zukunft führen, wie wir an dieser Stelle bereits im Februar schrieben.

Vom Outsider zum Outsider

Die Entwicklungen der letzten Wochen legen sogar den Schluss nah, dass Microsofts Schicksal auf Gedeih und Verderben vom Erfolg der neuen Strategie abhängt: Das neuste Microsoft-Betriebssystem scheint definitiv nicht an den Erfolg von Windows 7 anknüpfen zu können (siehe Artikel hier) und auch Windows Phone fristet immer noch ein Nischendasein.

28 Jahre nach dem Start von Windows 1.0 braucht Microsoft dringend neue Impulse. Wer den Konzern nach den jüngsten Flops abschreiben will, sei an die Geschichte erinnert: Im Jahr 1985, dem Beginn der Windows-Ära, war Microsoft ebenfalls ein Outsider. Der Rest ist bekannt.

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