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Ablösefreie FussballerDiese zwei Weltauswahlen könnten die Champions League gewinnen

Sie bilden locker zwei Mannschaften von höchster Qualität: Diese Fussballgrössen können im Sommer alle ablösefrei wechseln. Mit dabei sind drei Bayern-Spieler, zwei Weltfussballer und ein Schweizer.

Gibts ablösefrei: Nicht den Champions-League-Pokal (Mitte), sondern Sergio Ramos (rechts).
Gibts ablösefrei: Nicht den Champions-League-Pokal (Mitte), sondern Sergio Ramos (rechts).
Foto: Nick Potts (AP)

Irgendwie sind sie ja schon arm. Diese steinreichen Fussballclubs, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr ganz so steinreich (und teils sogar hochverschuldet) sind. Vor anderthalb Jahren waren 100 Millionen Euro Ablöse für einen leicht überdurchschnittlichen Kicker noch Benchmark, jetzt braucht ihr Taschenrechner ganz viele Funktionen, um die bestmögliche Lösung auszuspucken, wie die ganzen Gehälter bezahlt werden können. Wie soll da also noch für Transfers investiert werden?

Nur gut, dass es in diesem Jahr besonders viele Fussballer gibt, deren Vertrag ausläuft, die also ablösefrei zu haben sind. Und nicht nur irgendwelche Fussballer: Mit dabei sind Weltfussballer, Weltmeister, mehrfache Champions-League-Sieger – eine Fülle an Qualität, Erfahrung und gar Talent. Wir finden, das gibt sogar zwei ganze Mannschaften, die locker um den Gewinn der Königsklasse mitspielen könnten. Um den Clubpräsidenten, die vom Sprung nach ganz oben träumen, die Sache etwas zu erleichtern, haben wir sogar darauf geachtet, dass die Kommunikation unter den Fussballern etwas erleichtert wird.

Spanisch sprechende Auswahl

«Equipazo» ist der spanische Ausdruck für ein Top-Team. Und irgendwie ist dieses Wort ziemlich treffend, wenn man auf die Namen schaut, die sich seit Anfang Jahr ihren nächsten Club aussuchen und mittlerweile frei verhandeln dürfen. Im Tor müssen wir zwar etwas schummeln – aber es ist schon davon auszugehen, dass der frühere FCB-Goalie Tomas Vaclik nach fast drei Jahren bei Sevilla genug gut Spanisch spricht, um sich mit den restlichen Teamkollegen zu unterhalten.

Etwas Hilfe in der Kommunikation mit seinen Vorderleuten bekommt er von Sergio Ramos. Der Real-Captain scheint den Verein im Sommer verlassen zu wollen – obwohl er vor wenigen Jahren noch sagte, dass er auch gratis für die Königlichen spielen würde. Offenbar lockt aber ein Angebot aus Paris, das dann doch etwas lukrativer tönt. Neben dem Mann fürs Grobe stehen zwei spielstarke Abwehrspieler in der Aufstellung, wie es sich eben für den spanischen Raum gehört. Juan Bernat spielte immerhin kürzlich im Champions-League-Final, zog sich allerdings kurz darauf einen Kreuzbandriss zu.

Da hat Eric García schon bessere Chancen auf einen guten Vertrag. Schliesslich war der soeben 20 Jahre alt gewordene Innenverteidiger lange einer von Pep Guardiolas Lieblingen, bestritt bereits 30 Pflichtspiele für City und verzichtete dennoch stets auf eine Vertragsverlängerung. Nun steht er kurz vor einer Rückkehr zu seinem Jugendclub FC Barcelona.

Im Mittelfeld spielt neben Bayerns Javi Martínez, immerhin Weltmeister und zweifacher Champions-League-Sieger, Nicolás De La Cruz. Der 23-jährige Nationalspieler Uruguays ist bei River Plate in Argentinien eine feste Grösse im Mittelfeld und gewann dort schon die Copa Libertadores, Südamerikas Pendant zur Champions League. Ein Sprung nach Europa dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein. Aus Europa weg will irgendwann Lionel Messi. Den Argentinier, seit 20 Jahren in Barcelona, reizt offenbar die US-Profiliga MLS. Ob es schon in diesem Sommer dazu kommt? Auch PSG und ManCity machen sich Hoffnungen auf eine Verpflichtung – und Barça hofft, dass bald ein neuer Präsident gewählt wird, der Messi überzeugen kann zu bleiben. Das offensive Mittelfeld komplettieren Messis Landsmann und langjähriger kongenialer Partner in der «Albiceleste», Ángel Di María, zusammen mit Real Madrids Lucas Vázquez, der unter Zinédine Zidane zum Stammspieler avanciert ist.

Im Sturm spielen zwei, die derzeit beide in Manchester angestellt sind. Sergio Agüero bei City, Edinson Cavani seit ein paar Monaten bei United. Und zumindest bei Cavani ist nach seiner Drei-Spiele-Sperre gut möglich, dass er England baldmöglichst wieder verlassen möchte. Dieses Sturmduo wäre im Weltfussball sicher gefürchtet – oder es zumindest vor wenigen Jahren noch gewesen. Und wir wüssten auch schon, wie sich Cavani bei seinem Offensivpartner für einen Assist bedanken würde: «Gracias negrito.»

Restliche Weltauswahl

Logisch ist um Gianluigi Donnarumma irgendwie gar nichts. Der Goalie mit dem in Italien fast schon verpflichtenden Vornamen ist zwar erst 21, aber schon seit fünfeinhalb Saisons Stammgoalie Milans. Mehr als 220 Pflichtspiele bestritt er in dieser Zeit, nicht nur für einen Torhüter seines Alters eine Wahnsinnszahl. Fast noch wahnsinniger, dass ein solches Supertalent im Sommer ablösefrei zu haben ist. Zwar versicherte er zuletzt, dass er den Vertrag «unbedingt» verlängern möchte. Sein gewiefter Berater Mino Raiola hat allerdings noch nichts Unterschriftswürdiges ausgehandelt. Das Schnäppchen bleibt also bis auf Weiteres auf dem Wühltisch.

Kein Schnäppchen hingegen scheint der Lohn von David Alaba zu sein. Immerhin sollen seine Gehaltsforderungen so hoch sein, dass die Bayern den 28-Jährigen lieber ablösefrei ziehen lassen – sollte Ramos weggehen, wäre Alaba Medienberichten zufolge sein designierter Nachfolger. Etwas günstiger dürfte Fabian Schär sein, vielleicht tauchten darum Barça-Gerüchte auf, wonach die klammen Katalanen am Schweizer Nationalspieler interessiert sein sollen. Mittlerweile heisst es sogar, auch Liverpools Jürgen Klopp sei interessiert. Auf einen neuen Vertrag bei den Bayern spekuliert immer noch Weltmeister und Champions-League-Sieger Jérôme Boateng.

Natürlich bitter für Real Madrid, dass im Mittelfeld der Name Luka Modric auftaucht. Der Weltfussballer von 2018, der Kroatien in den WM-Final führte, ist auch mit 35 Jahren ein nahezu unersetzlicher Wert im Spiel Reals. Gut möglich, dass Präsident Florentino Pérez mal wieder eine Ausnahme macht und den Vertrag eines Ü-30-Spielers verlängert. Sehr ungewiss ist hingegen die Zukunft des Niederländers Georginio Wijnaldum. Es heisst, der Champions-League-Sieger von 2019 soll trotz regelmässiger Einsatzzeit bei Liverpool auf einen Vertrag bei Barcelona spekulieren – ebenso wie Landsmann Memphis Depay von Lyon. Offenbar ist dieser Depay Wunschkandidat von Barça-Trainer Ronald Koeman. Kaum mehr Hoffnungen machen kann sich Weltmeister Julian Draxler bei PSG: Diesen Lohnposten möchten die katarischen Besitzer wohl für etwas mehr Glamour reservieren, eine Vertragsverlängerung ist deshalb unrealistisch. Apropos fernab der Realität: Seit gefühlt 15 Minuten spielt Hakan Calhanoglu bei Milan guten Fussball, und schon will er verdienen wie die Grossen. Und zwar, wie italienische Medien schreiben, wie die ganz Grossen.

Nämlich soll er netto 7 Millionen Euro fordern – also das, was Zlatan Ibrahimovic bei den Rossoneri bekommt. Zwar wird Ibra im Oktober 40, in dieser Saison hat er allerdings eine sensationelle Quote von zehn Toren in sechs Spielen. Ganz ehrlich: Wessen Lohn würden Sie lieber weiterhin zahlen, den von Ibrahimovic oder Calhanoglu? Eben. Ganz sicher keinen Lohn bezahlen würden wir hingegen für einen Fussballer, der momentan gar keinen Fussball spielt. Wie Arkadiusz Milik. Der Pole ist bei Napoli aufs Abstellgleis geraten, wurde nicht mal mehr für die Serie A gemeldet in dieser Saison – und das, obwohl Milik in der Vergangenheit schon mit Juventus, Atlético Madrid oder Tottenham in Verbindung gebracht, aber nie verkauft wurde. So kann man sein Geld auch aus dem Fenster werfen.

3 Kommentare
    Nick Mena

    Ramos hätte ich gerne in meinen eigenen Reihen, damit er meinen Spielern nichts kaputt macht.