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BetrugsskandalDie Verbindungen des Wirecard-Topmanns ins Mafia-Milieu

Jan Marsalek ist eine zentrale und höchst illustre Figur im milliardenschweren Betrugsskandal. Über 60’000 geschädigte Anleger wollen ihr Geld zurück. Unter den Klägern sind auch mehrere Hundert Schweizer Opfer.

Mutmasslicher Ex-Spion und Milliarden-Betrüger, FPÖ-Berater und Wirecard-Topmanager: Jan Marsalek steht auf der Fahndungsliste des deutschen Bundeskriminalamts, Europol und Interpol.
Mutmasslicher Ex-Spion und Milliarden-Betrüger, FPÖ-Berater und Wirecard-Topmanager: Jan Marsalek steht auf der Fahndungsliste des deutschen Bundeskriminalamts, Europol und Interpol.
Foto: Clemens Bilan (Keystone) 

Gleich drei Polizeibehörden fahnden nach Jan Marsalek, dem geschassten Ex-Betriebschef des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard aus München, der seit dem 23. Juni untergetaucht ist. Das deutsche Bundeskriminalamt, Europol und Interpol suchen Marsalek per Steckbrief, am vergangenen Mittwoch war Marsalek Aufmacher in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY … ungelöst». Der 40-jährige Österreicher steht zudem auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher Europas, zusammen mit Mördern, Drogen- und Waffenhändlern.

Der grösste Finanzskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte weitet sich aus. Spuren führen ins Mafia- und Geheimdienstmilieu. 60’000 geschädigte Anleger haben sich bei der Tübinger Anwaltskanzlei Tilp gemeldet, die Wirecard, die Finanzaufsicht Bafin und EY verklagt. Auch mehrere Hundert Schweizer wollen sich der Musterklage anschliessen, bestätigt Anwalt Maximilian Weiss, neben Privatpersonen auch institutionelle Investoren, darunter Vermögensverwalter, Versicherungen und Pensionsfonds. Vontobel und CS hatten Kunden Wirecard-Aktien und strukturierte Produkte offeriert.

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