Die Notre-Dame von Paris als europäisches Projekt?

Europas Dombaumeister treffen sich zur Jahrestagung aus Anlass des 1000 Jahre alten Basler Münsters in Basel.

Das Basler Münster steht seit 1000 Jahren. Daher treffen sich die europäischen Dombaumeister in diesem Jahr in Basel.

Das Basler Münster steht seit 1000 Jahren. Daher treffen sich die europäischen Dombaumeister in diesem Jahr in Basel.

(Bild: Lucia Hunziker)

Dominik Heitz

Kathedralen erscheinen uns heute als seit Jahrhunderten fertig gebaute Gotteshäuser. Doch das stimmt nicht. An alten Sakralbauten ist gerne immer mal wieder geflickt, korrigiert, um- und angebaut worden. Das zeigt sich auch am 1000-jährigen Basler Heinrichs-Münster, das sich nicht von Anfang an so präsentierte, wie wir es heute kennen, sondern erst nach dem Erdbeben seine grundlegende Form erhalten hat.

Das fünftägige Treffen der Europäischen Vereinigung der Dombaumeister, Münsterbaumeister und Hüttenbaumeister, die in diesem Jahr aus Anlass des 1000 Jahre alten Basler Münsters am Rheinknie stattfindet, ist denn auch dem Thema «An Kirchen weiterbauen?» gewidmet.

Der grosse Brand

Das Thema ist aktuell, stellt sich doch gerade an der durch einen grossen Brand stark beschädigten Kathedrale von Notre-Dame in Paris die Frage, wie der Sakralbau saniert, restauriert und wiederaufgebaut werden soll.

Natürlich ist es Sache der für die Notre-Dame in Paris verantwortlichen Instanzen, diese Frage zu beantworten. «Doch es wäre schön, wenn die Notre-Dame ein europäisches Projekt werden könnte», sagte Wolfgang Zehetner an einer Medienorientierung vom Montag. Der Vor­sitzende der Europäischen Vereinigung der Dombaumeister ist verantwortlich für den Dom zu Stephan in Wien.

Vielleicht werden die Damen und Herren am Mittwoch dazu mehr erfahren, wenn Philippe Villeneuve, Dombaumeister der Notre-Dame, einen Vortrag hält mit dem Titel «Notre-Dame de Paris: Das Brandereignis vom 15. August 2019».

Die Europäische Vereinigung der Dombaumeister, Münsterbaumeister und Hüttenmeister existiert als Verein seit 1998. Ihren Ursprung aber hat sie im Jahr 1975, als sich elf Dombaumeister und Bauhüttemeister zu einer ersten Arbeitstagung in Mainz trafen. Sie kamen aus Städten wie Basel, Ulm und Frankfurt, Köln, Passau und Wien, Strassburg, Freiburg und Regensburg. Ihr Anliegen war es, sich fachlich auszutauschen und von den gegenseitigen gesammelten Erfahrungen und Kompetenzen zu profitieren.

Zurzeit sind es rund 150 Mitglieder aus 17 europäischen Nationen, die dem Verein ange­hören und sich um den Erhalt und die Pflege der Kirchen und Kathedralen bemühen.

Die Öffentlichkeit hat am Mittwoch, 9. Oktober, um 20 Uhr im Basler Münster Gelegenheit, sich über Bauhütten und Werkstätten von Wien, Naumburg, Köln, Strassburg und Basel zu informieren.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt