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Essay über Hip-HopperDie Leiche im Keller namens Eminem

«Was höre ich da eigentlich?» – die Schriftstellerin Antonia Baum war Fan von Eminem, sagte sich von ihm los und fand so zu ihrer eigenen Stimme.

«Ich komme von Eminem», schreibt Antonia Baum und meint damit den frühen Rapper wie hier im Jahr 2004.
«Ich komme von Eminem», schreibt Antonia Baum und meint damit den frühen Rapper wie hier im Jahr 2004.
Keystone

Antonia Baum hat Probleme in der ersten Person Singular. Sie hat ein sehr persönliches Büchlein zu der Frage geschrieben, was es bedeutet, als weibliche Autorin «ich» zu schreiben. Es geht um den Typen, von dem sie es gelernt hat, bevor die Probleme kamen. Der Typ macht Hip-Hop. Er steht wie vielleicht kein anderer für die Generation von Rap-Musikern, die erstmals in den Mainstream vordrangen und sich dort mit vulgären, oft frauenverachtenden und homophoben Texten breitmachten – aber das ist inzwischen ein paar Jahre her. Es geht um Eminem.

Baum schreibt, als junge Autorin auf der Suche nach einer eigenen Stimme sei sie beeindruckt gewesen von seiner Breitbeinigkeit beim Verfassen von Texten, von der «Unverschämtheit, mit der er seine Biografie zu Kunst, zu einer fortlaufenden Erzählung» machte. In dieser Erzählung treten Frauen allerdings nur in der Rolle unfähiger Mütter auf oder als «Unglück bringende, untreue Schlampen, die vergewaltigt/umgebracht werden».

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