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«Die Kinder werden zu überangepassten Wesen»

Dem Druck nicht gewachsen. Das Burn-out ist im Klassenzimmer angekommen.

BaZ: Herr Largo. Noch in den 50er-Jahren sassen teilweise über 40 Schüler in einer Klasse. Der Lehrer erteilte rigiden Frontalunterricht. Parierten die Kinder nicht, erhielten sie Stockhiebe. Heute geht es in den Schweizer Klassenzimmern sehr viel kindgerechter zu und her. Trotzdem fordern Sie eine grundlegende Änderung des Bildungssystems. Was läuft Ihrer Meinung nach falsch?

Die Befürworter des jetzigen Schulsystems würden Ihnen sicher widersprechen. Schliesslich steht ein Heer von Fachleuten bereit, das die Schwächen der Kinder auffangen soll.

Weshalb?

Wie sollte man Ihrer Meinung nach vorgehen?

Sie sagen, die Kinder werden durch den fremdbestimmten, normierten Unterricht falsch sozialisiert.

Wie sollte guter Unterricht, wie sollte eine gute Schule aussehen?

Gibt es weitere wichtige Aspekte?

Sie wünschen sich alternative, autonome Schulen.

Diese Kinder müssten aber trotzdem in der Leistungsgesellschaft bestehen.

Standen die Kinder und das Schulsystem nicht immer schon unter Leistungsdruck?

Bereits Kindergartenkinder geraten laut Ihnen unter Druck.

Sie sprechen ein Thema an, das auch in Basel aktuell ist. Das Erziehungsdepartement will die hohe Gymnasialquote von knapp 50 Prozent senken. Deshalb wurden die Aufnahmekriterien in die verschiedenen Sekundarzüge verschärft.

ln dem Fall befürworten Sie die Massnahme des Erziehungsdepartements?

Als Hauptgrund für die hohe Gymnasialquote hat das Erziehungsdepartement die Eltern ausgemacht. Sie drängen die Kinder um jeden Preis ins Gymnasium und setzen ihre Kinder unter Druck.

Können die Eltern denn gar nichts tun?

Der zweite Bildungsweg ist für Sie eine genauso gute, wenn nicht bessere Lösung?

Weshalb?

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft aus, wenn wir weitermachen wie bisher?

Das bedingungslose Grundeinkommen haben wir jedoch vor Kurzem an der Urne verworfen.

Dann hätte der Mensch endlich die Freiheit, die Sie ihm schon von Kindesbeinen an gewünscht hätten? Sie sehen also nicht schwarz wie so viele andere?