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Neu im Museum TinguelyDie Katastrophe spielt sich in unserem Kopf ab

Mit dem Ausstellungstitel «Gone» bezeichnet die Künstlerin Katja Aufleger die Flüchtigkeit eines Moments, der vergangen ist, sobald er ergriffen wurde.

Katja Aufleger, «Newton’s Cradle», 2013/2020 mit «Klamauk» von Jean Tinguely im Hintergrund.
Katja Aufleger, «Newton’s Cradle», 2013/2020 mit «Klamauk» von Jean Tinguely im Hintergrund.
Foto: Gina Folly  © Courtesy of the artist; Galerie Stampa, Basel, Galerie Conradi, Hamburg; Museum Tinguely, Basel

Noch von draussen, wenn man auf den Eingang des Museums zu- und dabei an der grossen Halle mit Tinguelys begehbarer und sich geräuschvoll-bewegender Meta-Installation vorbeiläuft, sieht man etwas durch die Scheibe hindurchblitzen, das dort sonst nicht hängt: drei überdimensionale Glaskugelngleich einem Newton’schen Pendel. Ein solches besteht normalerweise aus mehreren gleichförmigen Metall-Kugeln in einer Reihe. Es soll das System der kinetischen Energie anschaulich machen.

Bei Katja Aufleger tragen dicke Stahlseile Rundkörper, die mit jeweils 10 Litern durchsichtiger Flüssigkeit befüllt sind: Nitroglycerin oder auch Trisalpetersäureglycerinester genannt, was so viel ist wie Sprengstoff. Ein Anheben des äusseren Glaskolbens und sein Zurückprallen auf die restlichen zwei, wie wir es vom klassischen Schreibtisch-Modell kennen, würde hier also nicht mehr ein Schwingen der anderen äusseren Kugel bezwecken. In diesem Fall gäbe es allenfalls eine grosse Zerstörung.

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