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Impfprivileg für Politiker?«Diese Personen nehmen anderen den Impfstoff weg»

Weil sie viel unterwegs seien, wollen vulnerable Parlamentarier Vorrang beim Impfen. Das ist ungerecht, sagt der Medizinethiker. Es sei nicht auszuschliessen, dass jemand deshalb sterbe.

Ruedi Widmer

Wegen 0,3 Milliliter flog Johann Rupert um die halbe Welt. Am 12. Januar liess sich der südafrikanische Milliardär in Frauenfeld die erste Dosis des Covid-Impfstoffs spritzen. Noch vor dem offiziellen Start des kantonalen Impfprogramms. Rupert, 70-jährig, kein Risikopatient, hat im Thurgau eine mittlere Staatsaffäre ausgelöst.

Viel kürzer war die Reise der Chefs des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden. Einige von ihnen fuhren am 18. Januar von Herisau ins Spitalzentrum Heiden – und gönnten sich dort ebenfalls die erste Impfdosis. Auch sie zählten nicht zur Risikogruppe. Doch, so erklärte es ein Sprecher dem «Beobachter», habe man nur so verhindern können, dass Impfdosen verfallen.

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