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Aktion «Statt-Fasnacht»Die guten Geister der Fasnacht

Versteckt in fast 30 Schaufenstern rund um den Rümelinsplatz sind «sprechende Fotografien» und Bildinstallationen zu entdecken.

«Statt-Fasnacht»: Doris von der Larvenstube im Imbergässlein, gemalt von Pascal Joray.
«Statt-Fasnacht»: Doris von der Larvenstube im Imbergässlein, gemalt von Pascal Joray.
Foto: Kostas Maros

Die Aktion ist zurückhaltend, fast versteckt. Manchmal kommt man sich wie ein Kind vor, das an Ostern den Schoggihasen sucht – und endlich findet. Denn bei dem Kunstprojekt «Statt-Fasnacht», das sich Nicolas und Pascal Joray sowie Gregor Muntwiler von der Galerie Eulenspiegel ausgedacht haben, geht es um Geister – die guten Geister der Fasnacht. Es handelt von jenen Menschen, die versteckt für die Fasnacht arbeiten: Larvenmacherinnen und Laternenmaler, Kostümschneiderinnen und Trommelbauer, Piccolo-Lehrerinnen und Fasnachtsbeizer.

Für einmal kann man all diese Menschen rund um den Rümelinsplatz antreffen. In der Galerie Eulenspiegel sind Arbeiten von zwölf Fasnachtskünstlern zu bestaunen – von Ferdi Afflerbach bis Fredy Prack, von Lisa Gerspacher bis Rolf Jeck. In zahlreichen Ladenschaufenstern können die Passanten diese und andere gute Geister der Fasnacht auch auf Schwarzweiss-Fotos von Nicolas Joray entdecken. Und wenn man das Handy bei sich hat, kann man sie auch sprechen hören; ein QR-Code macht es möglich. Der Laternenmaler Pascal in der Vitrine von Sara Schaffner und Gabriela Gysin im Gerbergässlein 8 erinnert sich, angesprochen auf die Nichtfasnacht 2020: «Mir kam es vor, als ob man einem den Mund zuklebe.» Fasnachtsbeizer Patrick sagt in der Schuhmacherei Huwyler bei der Rümelins-Passage dazu: «Für die ‹Fasnachtsstube› war es ein Riesenschock; es wäre unsere erste Fasnacht gewesen, an der wir unsere Fasnachtsgäste hätten begrüssen können.» Und die Kostümschneiderin Doris lächelt vom Foto an der Fensterscheibe des Hotels Basel und weiss noch genau, wie sie die Fasnachtsabsage umgehauen hat: «Ich musste an jenem Freitag, als die Absage bekannt gegeben wurde, in unserer Beiz zum ersten Mal an einem Morgen einen Schnaps ausschenken; die Tränen liefen mir die Backen runter.»

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