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Gin Tonic: Interview und fünf Tipps«Die Gurke im Glas macht auch geschmacklich Sinn»

Hendrick’s Master Destiller Lesley Gracie in ihrer Werkstatt im schottischen Girvan.

Früher galt ein Destillat als Gin, wenn es primär nach Wacholder schmeckte. Gilt diese Regel überhaupt noch?

Oh, ich bin da sehr «oldschool». Wenn etwas Gin heisst, sollte die Wacholderaromatik tatsächlich im Vordergrund stehen – auch wenn sich auf dem Spirituosenmarkt nicht mehr unbedingt alle daran halten. Alle anderen Botanicals sollten meiner Meinung nach das unvergleichliche Aroma des Wacholders nur unterstützen.

Sie haben Hendrick’s rezeptiert. Die Marke gilt als wichtigster Motor für die Renaissance von Gin. Wie würden Sie selbst Ihre Rolle beschreiben?

Als Charles Gordon 1999 mit der Idee zu mir kam, einen neuen Gin zu lancieren, war ich zuerst vor allem erstaunt. Damals war diese Spirituose grad ziemlich ausser Mode, ein Getränk der Siebziger- und Achtzigerjahre. Doch Charlie schwebte ein Destillat vor, dass mehr Tiefe und Komplexität haben sollte als die zu dieser Zeit gängigen Produkte. Vielleicht kam auch etwas Glück hinzu, dass damals gerade eine Cocktail-Welle anbrach – denn mit seinen unterschiedlichen aromatischen Nuancen ist Gin für Mixgetränke natürlich eine ideale Spirituose. Charles wirkte damals vielleicht ein wenig verrückt, in Tat und Wahrheit tat er genau das Richtige zur richtigen Zeit.

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