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Börsenhandel als Handy-SpielDie gefährlichen Waffen
der Kleinanleger

Anfänger versuchen in Corona-Zeiten, mit riskanten Wetten das schnelle Geld zu machen. Neue Apps befeuern
die Zockerei, das Derivategeschäft stellt neue Rekorde auf.

Börsenhandel, aufgemacht als Videogame: Die App Robinhood lockt Spieler an.
Börsenhandel, aufgemacht als Videogame: Die App Robinhood lockt Spieler an.
Foto: Alamy Stock Photo

Alex Kearns war ein Student wie viele andere. Der 20-Jährige wohnte bei seinen Eltern, studierte an der Universität Nebraska und spielte Posaune. Und wie Millionen Amerikaner betätigte er sich als Day Trader, versuchte, durch das rasche Kaufen und Verkaufen an der Börse Geld zu verdienen. Am 12. Juni brach für seine Eltern eine Welt zusammen. Ihr Sohn hatte sich das Leben genommen, nachdem ihm sein Onlinebroker Robinhood fälschlicherweise einen Verlust von 730165 Dollar angezeigt hatte. In Wirklichkeit stand er mit 16000 Dollar im Plus.

Die tragische Verwechslung wirft ein grelles Licht auf eine dubiose Entwicklung am US-Finanzmarkt. Immer mehr Anfänger und Amateure versuchen in Corona-Zeiten, das schnelle Geld zu machen. Sie gehen riskante Wetten ein, ohne genau zu verstehen, worauf sie sich einlassen. Neue Handelsplattformen erleichtern den Zugang mit Smartphone-Apps, locken mit kommissionsfreien Transaktionen und animieren zu höheren Einsätzen auf Pump.

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