Zum Hauptinhalt springen

Kampf gegen Abtreibungsgesetz«Die Entscheidung war die beste Werbung für unsere Arbeit»

Selbst aus medizinischen Gründen ist für Polinnen im eigenen Land legale Abtreibung fast unmöglich. Verzweifelte müssen in ein Untergrundsystem ausweichen - oder ins Ausland.

Eine Frau protestiert in Bern in Solidarität mit polnischen Frauen, nachdem das oberste Gericht entschieden hat, das strenge polnische Abtreibungsgesetz weiter zu verschärfen.
Eine Frau protestiert in Bern in Solidarität mit polnischen Frauen, nachdem das oberste Gericht entschieden hat, das strenge polnische Abtreibungsgesetz weiter zu verschärfen.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Seit Ende Oktober ist die Warschauer Telefonnummer 292 2597 quer durch Polen auf Häuserwände und Bürgersteige geschrieben zu sehen, auf Autos, auf Fotos und in Fernsehberichten. Die Nummer ist oft besetzt: Es ist die Infoline des Frauennetzwerkes Aborcja Bez Granic - Abtreibung ohne Grenzen. «Früher riefen 300 Frauen im Monat an - jetzt sind es 300 am Tag», sagt die Aktivistin Karolina Więckiewicz.

Seit Polens regierungskontrolliertes Verfassungsgericht (TK) am 22. Oktober Abtreibung selbst bei schwerer Schädigung des Fötus für verfassungswidrig erklärte und Hunderttausende Polinnen dagegen auf die Strasse gingen, steht das Telefon der Frauenrechtlerinnen nicht still. Kann ich noch abtreiben? Wo und wie? Und wie ist die rechtliche Lage? «Die Entscheidung und die Proteste waren die beste denkbare Werbung für unsere Arbeit», sagt Więckiewicz. «Wir können die Frauen informieren, dass Abtreibung sehr wohl möglich ist.» Je schwieriger die Lage für die Polinnen, desto stärker ist, so scheint es, ihr Engagement untereinander - und das von Frauen in Deutschland, Holland oder England.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.