Die besten Magier beehren die Schweiz

Die Crème de la Crème der internationalen Zauberkunst trifft sich am Zauberkongress in Grenchen und kommt am Sonntag zu einem Auftritt im Häbse-Theater nach Basel.

Miguel Muñoz, frisch gekürter Weltmeister, tritt am kommenden Wochenende auch in Basel auf.

Miguel Muñoz, frisch gekürter Weltmeister, tritt am kommenden Wochenende auch in Basel auf.

Für alle, die sich gerne von hochkarätiger Magie verführen lassen, wird es am kommenden Wochenende prickelnd. Im solothurnischen Grenchen findet vom 26. bis 28. April der von Swiss Magic organisierte Internationale Zauberkongress statt. Dieses Get-together der besten aller Zauberkünstler findet alle drei Jahre statt. Mit dabei sind die in Korea frisch gekürten Weltmeister Miguel Muñoz und Eric Chien sowie weitere Zaubergrössen aus der ganzen Welt.

Den Veranstaltern ist es erneut gelungen, die Besten in die Schweiz einzuladen. Die Galashow, welche am Samstagabend in Grenchen über die Bühne geht, wird am Sonntag zum ersten Mal auch im Häbse-Theater in Basel zu sehen sein. «Miguel Muñoz und Eric Chien sind extrem kre­ative Künstler, sie haben neue Techniken erfunden und Kunststücke kombiniert. Hier können selbst wir Zauberer einfach zurücklehnen und geniessen. Das ist, wie wenn man Roger Federer zuschaut», berichtet Nico Studer vom Zauberduo begeistert. Der Sekundarlehrer und Zauberer betreibt im Kleinbasel ein kleines Zaubertheater, in dem auch die Sitzungen des Vereins Zauberring Basel abgehalten werden.

Wenig Nachwuchs

«Wir treffen uns regelmässig, um uns über Zauberei auszutauschen, Feedback zu geben und uns zu verbessern.» Ein guter Zauberer müsse sich dem jeweiligen Publikum anpassen, erklärt Studer. «30 Prozent eines Kunststücks macht die Fingerfertigkeit aus, 70 Prozent die Präsentation. Das ist einer der wichtigsten Punkte, um gut zu sein.»

Trotz der weit verbreiteten Faszination für die Zauberei zeige sich ein Nachwuchsproblem, bedauert Studer. «Nur noch wenige junge Leute wollen zaubern. Das hängt mit den heutigen Technologien zusammen. Früher musste man sich die Informationen zusammensuchen, das hatte einen Wert. Heute bestellt man das online. Dadurch ist die Faszination etwas weggefallen.» Studer und sein Zauber-Partner Dominik Zemp treten auf Firmen- und Familienanlässen auf und waren während dreier Jahre mit dem Tourtheater Das Zelt auf Tournee.

Einer, der nicht am Zauber­kongress teilnehmen kann, ist der Mentalist und Magier Daniel Kalman. Der Basler startet am Wochenende mit seinem Magic-Dinner-Spektakel im Restaurant Hofmatt in Münchenstein. ­Kalman hat schon viele Preise abgeräumt und arbeitet als professioneller Magier. Bereits als kleiner Junge kam er zur Zauberei. «Ich habe als Kind eine Zauberkiste auf dem Estrich entdeckt, das hat mich fasziniert.»

Technik und Präsentation

Seine Passion für die Magie hat den 28-Jährigen bis heute nicht losgelassen. «Die meisten Kinder sind leicht begeisterbar und versuchen sich mal im Zaubern, stellen eine Eisenbahn auf oder sammeln Panini-Stickers. Irgendwann lässt die Faszination jedoch nach, und man geht andere Wege.» Um eine solche Leidenschaft langfristig zu pflegen, müsse man Zeit investieren – ­etwas, das den meisten fehlt, wenn sie grösser werden. Nicht nur die Technik, sondern auch die Präsentation müsse perfektioniert werden. «Damit eine Zaubershow erfolgreich wird, braucht es eine gute Inszenierung. Wenn ich das mit Magie gut transportieren kann, bin ich ein guter Zauberer. Es geht darum, den Gästen eine gute Geschichte zu schenken.» Die Freude, die er seinem Publikum mit magischen Momenten bereite, sei das Schönste für ihn.

«Um als Zauberer gut anzukommen, muss mein Stil für den Betrachter authentisch wirken, die Rolle muss passen», erklärt der Bottminger Armand Kurath, der sein Jurastudium mit Zauberei finanziert. Deshalb sei es wichtig, herauszufinden, was zu einem passt. «Ich spiele einfach mich selber. Das ist im klassischen Gentleman-Stil, und vom Vorführstil her bewege ich mich im Humorbereich», so Kurath, der als Siebenjähriger auf den Geschmack der Magie kam und mit zwölf bereits auf der Bühne stand.

Weltmeisterliche Fingerfertigkeit

Wichtig sei auch, interaktiv mit dem Publikum in Kontakt zu treten. «Zaubern und Tricks zeigen kann man schnell, aber dies gut zu verpacken, ist anspruchsvoll.» Dazu brauche es viel Erfahrung und Austausch mit anderen. Deshalb wird sich Kurath die Zaubergala am Sonntag zu Gemüte führen und freut sich bereits auf die beiden Weltmeister. «Die Shows von Miguel Muñoz und Eric Chien sind genial und abwechslungsreich. Ihre Fingerfertigkeit ist einfach Weltklasse.»

Der Zauberkongress findet in Grenchen SO vom 26. bis 28. April statt. Der Wettbewerb der Close-up-Zauberei am Freitagabend, die Zaubergala am Samstagabend und die Kindergala am Sonntagnachmittag sind öffentlich: swiss-magic.chZaubergala im Theater Häbse am 28. April, 17 Uhr: www.haebse-theater.ch/de/produktionen/spielplan/1-internationale-zaubergala-­zauberring-basel

Basler Zeitung

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