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EntdecktDie besten Adressen für Secondhand-Mode in Basel

Nachhaltig und klimafreundlich: Mode aus zweiter Hand erlebt gerade einen Boom, bei dem sogar Zalando und H&M mitmischen. In Basel setzen einige Shops schon seit Jahren erfolgreich auf Secondhand.

Eine Erfolgsstory: Inhaberin Kimberly Wichmann und ihre Chemiserie+ an der Klybeckstrasse in Basel.
Eine Erfolgsstory: Inhaberin Kimberly Wichmann und ihre Chemiserie+ an der Klybeckstrasse in Basel.
Foto: Nicole Pont

Wer vor dem Schaufenster an der Missionsstrasse 15 steht, erkennt nicht unbedingt auf den ersten Blick, was für Schätze sich im Innern befinden. Doch beim Blick auf Labels und Preisschilder wird einem rasch klar, dass dies nicht ein ganz normaler Secondhand-Laden ist. Im Designer Second Hand Basel by Franziska Schäfer hängen nämlich nicht No-Name-Kleider an den Bügeln, sondern gebrauchte Stücke unter anderem von Prada, Fendi und Gucci.

Ein Besuch lohnt sich für alle, die auf der Suche sind nach einem Edelteil, das die eigene Garderobe aufwertet, auch wenn es nicht dem Trend der aktuellen Saison entspricht. Ganz billig sind die Angebote natürlich nicht: Die «Bolide Bag» von Hermès kostet beispielsweise auch gebraucht noch immer 5500 Franken. Aber es lohnt sich, zu stöbern. Man findet hier Stücke, die einen viele Jahre lang begleiten können, anstatt beim nächsten Trend im Abfall zu landen. Eigene Designerteile können im Laden ausserdem gegen Kommission zum Verkauf abgegeben werden, damit sich auch andere noch daran erfreuen können.

Genau darum geht es bei Secondhand. Während früher vor allem gebraucht eingekauft wurde, weil neu zu teuer war, ist heute ein anderes Bewusstsein spürbar. Es ist im Trend, Mode weiterzugeben, anstatt sie wegzuwerfen. So sehr, dass sogar Fashion-Riesen wie Zalando und H&M vor kurzem darauf aufgesprungen sind. Dieses Umdenken passt in die heutige Zeit, in der wir so viele Anziehsachen kaufen und entsorgen wie noch nie. Im Jahr 2016 wurden auf der ganzen Welt über 150 Milliarden Kleidungsstücke hergestellt. Und es werden von Jahr zu Jahr mehr. Laut einer Studie von Greenpeace tragen die Deutschen ein Fünftel ihrer Kleider insgesamt nur zweimal, bevor sie im Abfall landen.

Für eingefleischte Fans

Auch in der Bonnie & Kleid Vintageria an der Spalenvorstadt 3 hält man wenig von dieser Wegwerfmentalität. Hier werden in mehreren Räumen bereits getragene Kleidung, Schuhe und Accessoires präsentiert – vom einfachen, gebrauchten T-Shirt bis hin zum perlenbestickten Vintage-Abendkleid. In den sozialen Medien werden jeweils aktuelle Angebote gezeigt und komplette Outfits zusammengestellt. Wer etwas Zeit hat, sollte sich aber alles genau ansehen. Denn wie in den meisten Secondhand-Läden weiss man auch in der Vintageria nie schon beim ersten Blick, was einen erwartet.

Das gilt auch für die Läden der Caritas (Lindenberg 18 und 20) und des Roten Kreuzes (Untere Rebgasse 17 und Bruderholzstrasse 20). Hier gibt es die Chance, für Frauen, Männer und Kinder sehr günstige Kleidung einzukaufen. Eingefleischte Secondhand-Fans gehen hier regelmässig auf die Suche nach richtigen Schnäppchen und versteckten Schätzen. Familien mit kleinem Budget freuen sich über die Möglichkeit, für Babys und Kinder nicht alles neu einkaufen zu müssen. In den Geschäften beider Organisationen werden Kleiderspenden entgegengenommen.

Buy, sell, trade

Ein ganz eigenes System hat die Chemiserie+ an der Klybeckstrasse 50 entwickelt. Hier geht es darum, eigene Lieblingsstücke wieder in den Kreislauf zurückzugeben, um für sich selber neue zu entdecken. Die Chemiserie+ verkauft Kleidung, Schuhe und Accessoires für Männer und Frauen. Das Geschäft kauft an, anstatt die Dinge in Kommission zu nehmen – das sei unkomplizierter, findet das Team. Wenn man möchte, kann man aber auch tauschen: Wer ein Stück abgibt, bekommt dafür einen Gutschein, den man im Laden einlösen kann. Angenommen wird vor allem saisonale Mode, der Durchschnittspreis im Verkauf beträgt laut Website 18 Franken, Labels sind etwas teurer. Die Chemiserie ist eine Erfolgsstory, seit einigen Monaten gibt es das Konzept «Buy, sell, trade» aus Basel auch in Zürich.

Zu den «Klassikern» in Basel gehören seit den 90er-Jahren der Fizzen am Pfluggässlein 1, der trotz neuem Sortiment nach wie vor auch Secondhand-Mode verkauft, sowie der Fresh Up am Gerbergässlein 3, der besonders bei Fans von Retro-Trainerjacken und Kitsch-Gegenständen äusserst beliebt ist.

Viele der genannten Läden bemerken den Trend zum bewussteren Konsum. Nicht nur bei den Käuferinnen und Käufern. Besonders der Wunsch, eigene Stücke weiterzugeben, statt sie wegzuwerfen, sei spürbar gestiegen. Die Regale der Basler Secondhand- und Vintage-Läden werden also weiterhin voll sein. Ein Besuch lohnt sich.

1 Kommentar
    Schäffler

    Sie haben Frankie Frankie an der Kaserenenstrasse 34 vergessen. 😊