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Historisches Ereignis Die Antonow ist zum letzten Mal in Emmen gelandet

Am Dienstagmorgen kam auf dem Flugplatz in Emmen eine Maschine des Typs Antonow 124 an. Man rechnet mit einem Ansturm von Planespottern.

Zum letzten Mal: Die Antonow landet in Emmen.
Video: Tamedia

Regelmässig landeten in den letzten Jahren Riesenflugzeuge des Typs Antonow 124 auf dem Flugplatz Emmen im Kanton Luzern, und immer war das ein grosses Ereignis. Am Dienstagmorgen ist die Maschine in Emmen gelandet. Am Mittwoch hebt der Flieger wieder ab: Bei Ruag Space hiess es auf Anfrage von 20 Minuten, dass es für das Unternehmen in Emmen der letzte Transportflug einer Antonow sei, die erstmals vor über drei Jahrzehnten in der ehemaligen Sowjetunion gebaut wurde.

Zum letzten Mal also holt der Riesenvogel in Emmen eine Raketenspitze der Ruag Space ab, die dann auf der Rakete Atlas V in Florida montiert wird. Komposit-Strukturen für die amerikanischen Trägerraketen Atlas V und die neue Vulcan werden künftig am amerikanischen Ruag-Standort in Decatur, Alabama, produziert. Transportflüge ab Emmen seien somit nicht mehr nötig. Der Produktionsstandort Emmen bleibt aber weiterhin das Kompetenzzentrum für die europäischen Trägerraketen Ariane und Vega. Diese Teile würden künftig mit Lastwagen nach Basel gebracht und von dort aus zum Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana verschifft.

Flughafen rechnet mit Ansturm von Planespottern

Beim Flugplatz Emmen rechnet man beim historischen Ereignis deshalb mit viel mehr Schaulustigen, als es sonst schon jeweils hatte, wenn eine Antonow kam. Aus aviatischer Sicht hingegen werde das ein normaler Flug, das Flugzeug könne auf der 2,6 Kilometer langen Piste in Emmen problemlos landen und starten, hiess es beim Flugplatz auf Anfrage. «Eine Antonow kann sogar auf unbefestigten Kleinstpisten landen, da es früher in der Sowjetunion viele solcher Pisten hatte, wurden das Fahrwerk der Antonow und andere Flugzeugteile extra stark dafür gebaut.» Flugzeuge dieses Typs können Frachten von bis zu 120 Tonnen transportieren und sind fast 70 Meter lang, seine beiden Flügel erstrecken sich sogar über 73 Meter – und sind am Mittwoch wohl zum letzten Mal für längere Zeit in Emmen zu sehen.

Dennoch kommt aus Emmen gute Kunde für Aviatik-Freunde: Laut Angaben des Flugplatzes wird die Armee dort in Zukunft Transportflüge durchführen und dafür auch grössere Flugzeuge einsetzen. Im Frühling zum Beispiel stand eine Iljuschin-Il-76-TD in Emmen im Einsatz, dies für die Versorgung der Swisscoy-Truppen im Kosovo. Normalerweise wird das auf dem Landweg gemacht; in der Corona-Krise jedoch war das nicht möglich. Der eingesetzte Flugzeugtyp ist ähnlich gross wie eine Antonow. Es wird also auch weiterhin etwas zu sehen geben in Emmen, einfach nicht mehr so häufig.

9 Kommentare
    galzer

    Faktisch heisst das es ist in Zukunft eine Produktionsverlagerung nach USA, die werden nicht mehr in der Schweiz gebaut. Darum dürfen die Fluggegener sich freuen. Die Frage ist wie lange. Es wird auch wieder weniger Arbeitsplätze geben.

    Aber das betrifft die Fluggegner ja nicht...