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Garten-RatgeberDie Anti-Schnecken-Strategie

Kein Tier wird im Garten so gefürchtet (und erfolglos bekämpft) wie sie: Ein neuer Ratgeber zeigt, wie man die Schnecke um die Ecke bringen kann.

Nacktschnecken am Salatbuffet.
Nacktschnecken am Salatbuffet.
Foto: Colourbox

Schnecken: In den letzten, ausgesprochen trockenen Wochen waren sie kein Thema. Das war die Ruhe vor dem Sturm. Denn wir alle wissen: Kaum wird die Witterung feuchter, fallen die Schnecken, diese schleimige Gartenplage, über die zarten Pflänzchen her, bis am nächsten Morgen nur noch traurige Gerippe übrig sind.

Es gibt wohl kein anderes Tier, das Gärtnerinnen und Gärtner so sehr fürchten wie die Schnecke. Nicht wenige greifen in ihrer Not zu Schneckenkorn, Salz oder Schere. Dieses «Morden im Gartenbeet», wie es die beiden erfahrenen Hobbygärtner und Schneckenbekämpfer Claudia Graber und Henri Suter in ihrem kleinen Ratgeber «Wie kriech ich dich weg?» nennen, ist jedoch keine Lösung auf Dauer: «Denn die Schnecken kommen, unter anderem vom Aas ihrer Artgenossen angelockt, immer wieder von überall her.» Erfolgversprechender sei eine Reihe von Massnahmen, die sie unter dem Begriff «Anti-Schnecken-Strategie» zusammenfassen und in ihrem Buch ausführlich erläutern. Nachfolgend ein paar Beispiele.

Der Feind in meinem Beet: Zuallererst sei es wichtig, schreiben Graber und Suter, den Gegner genau zu kennen: «Machen wir uns dieses Wissen zunutze, indem wir die Schnecken fortan im Garten nicht glücklich, sondern unglücklich machen.» Nur ein Beispiel: Ein trockener, saugfähiger Boden entziehe dem Schleim, den die Schnecken zum Kriechen absondern, das Wasser und vermindert die Gleitfähigkeit. Wer dies wisse, könne ihnen im Zugang von ihrem feuchten Unterschlupf zum Gemüsebeet ein Hindernis legen, zum Beispiel ein Streifen mit besonders saugfähigem Material.

Gute Gartengestaltung: Beim Anlegen eines Gartens, sei es zum Beispiel wichtig, den Kompostplatz als «bewilligtes Schneckenreservat» gegen Norden und Westen (Schattenlage mit möglichst wenig Sonneneinstrahlung) auszurichten. Die Gemüsebeete und Blumenrabatte dagegen gehörten an einen Ort mit viel Sonneneinstrahlung von Osten bis Süden: «Die Morgensonne vertreibt die Schnecken und trocknet die vom Tau feuchten Pflanzen.»

Komplizen einspannen: Für Erdkröten, Molche, Blindschleichen, Igel, Spitzmäuse, Wolfsspinnen und viele andere Tiere sind Schnecken Delikatessen. Solchen Schneckenfressern kann man im Schatten von Büschen mit kleinen Haufen aus verschieden grossen Steinen und morschem Altholz aus dem Wald Unterschlupf gewähren.

«Wie kriech ich dich weg?», Claudia Graber, Henri Suter, Kosmos-Verlag, ca. 15 Fr.

11 Kommentare
    Claudia Spitz

    Eierschalenstücke verteilen hilft auch denn Schnecken lieben keine Kanten und der Boden dafür den Kalk. Übrigens weder Schnecken noch Katzen mögen Kaffeesatz. Den gibt es aber nur ohne Kapselmaschine