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Standort sorgt für UnmutEttingen plant einen Pumptrack mitten im Wohnquartier

Die Leimentaler Gemeinde stimmt über einen der grössten Pumptracks der Schweiz ab. Kritiker befürchten Lärm und Littering.

Auf diesem Sportplatz mitten im Wohnquartier soll ein Velopark entstehen.
Auf diesem Sportplatz mitten im Wohnquartier soll ein Velopark entstehen.
Foto: Lucia Hunziker

Aus finanzieller Sicht ist die Idee eines Veloparks für Ettingen ziemlich verlockend: 81’000 Franken haben die Initianten des Projekts selber gesammelt – zusammen mit den erhaltenen Sponsorengeldern ist ein Grossteil der Kosten bereits gedeckt. Mit eindeutigem Mehr genehmigten die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung im letzten September daher das Gesamtbudget von 365’000 Franken.

In der Leimentaler Gemeinde ist man dennoch uneins, wenn es um die Realisierung des sogenannten Pumptracks geht. Einige Einwohner ergriffen das Referendum. Jetzt stimmt Ettingen am 7. März an der Urne über das Projekt ab. Den Kritikern passt der geplante Standort mitten im Wohnquartier bei den Sportplätzen Untere Matte nicht. Sie befürchten Lärmbelästigungen und Abfallhalden, da die Anlage mit ihren hügeligen Wegen und Bahnen ein neuer Treffpunkt für Jugendliche werden könnte. Drumherum gebe es ausserdem nur wenige Parkplatzmöglichkeiten und keine öffentlichen Toiletten.

Lauter als der FC?

Die Initianten beharren indes auf ihrem Vorschlag: «Der geplante Standort ist ideal. Alternativen gibt es keine», sagt Remo Brodmann, Vereinspräsident der Blauenbiker und Mitglied des Pro-Komitees. «Einige Menschen trauen dem Projekt noch nicht ganz, dabei handelt es sich einfach um einen Spielplatz für Velofahrer.» Er habe bei anderen Pumptracks in der Schweiz festgestellt, dass man praktisch keine Rollgeräusche mitkriege. Man höre nur die Gespräche derjenigen, die gerade nicht am Fahren seien.

Die Sportanlage Untere Matte sei in der Vergangenheit ausserdem bereits von den Fussballern des dorfeigenen Clubs genutzt worden. Ob die Velofahrerinnen und Velofahrer nun lauter seien, bezweifelt Brodmann. Doch: «Die Sorgen und Ängste der Einwohner sind uns wichtig.» So habe man wegen der Einwände an vergangenen Gemeindeversammlungen etwa die Betriebszeiten reduziert und ein mobiles WC organisiert.

In der Schweiz gibt es immer mehr Pumptracks.
In der Schweiz gibt es immer mehr Pumptracks.
Foto: Keystone

Seit rund zweieinhalb Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit der Idee eines Pumptracks. In Muttenz steht bereits seit letztem Herbst einer, der täglich von rund 30 Personen genutzt wird. «Man hört nur das Gelächter der Kinder», sagte Betreiberin Debbie Gilgen der bz.

Nicht gänzlich dagegen

Auch Brodmann findet, dass der Fokus verstärkt auf dem eigentlichen Projekt liegen soll. «Gerade in der jetzigen Zeit brauchen die Leute Möglichkeiten, sich draussen zu bewegen.» Neben dem Pumptrack würde zudem ein neues Beachvolleyballfeld gebaut werden. Die Initianten sind trotz des Widerstands guten Mutes, die Stimmung in der Gemeinde sei positiv.

Auch das Referendumskomitee ist dem Projekt nicht gänzlich abgeneigt. Den kritischen Anwohnern gehe es einzig und allein um den Standort, wie mehreren Leserbriefen des «Birsigtal-Boten» zu entnehmen ist. Das Projekt soll abgelehnt und an einen anderen Platz verlegt werden, heisst es.

15 Kommentare
    Trächsel Daniel

    wieso nimmt man nicht das Gelände vom ehemaligen Tennisplatz!